Kommentar: Salamitaktik im Fall Amri: Das nächste Versäumnis

Polizisten stehen vor dem zerstörten LKW am Breitscheidplatz (Archivbild)

Schon wieder ein folgenschweres Versäumnis der Sicherheitsbehörden und schon wieder ein Beispiel dafür, dass die deutschen Ämter auch bei (im Wortsinne!) lebenswichtigen Angelegenheiten mitunter eher neben- als miteinander arbeiten: Ja, es geht – mal wieder – um das Behördenhandeln im Fall des Attentäters Anis Amri. Bisher stand dabei oft die Berliner Polizei im Fokus. Die Vertreter des Bundeskriminalamtes (BKA) haben dagegen bisher immer erfolgreich den Eindruck erweckt, mit der Pannenserie nichts zu tun zu haben. Damit ist es nun vorbei. Denn der jüngste Fall lässt die vermeintlichen Elite-Kriminalisten wie Dilettanten aussehen.

Video: Mindestens zwölf Tote auf dem Weihnachtsmarkt

Die Tragödie auf dem Breitscheidplatz hat zwölf Tote gefordert. 48 Menschen liegen teils schwer verletzt in Krankenhäusern.

Dem BKA wie auch den Länderpolizeien lagen im hauseigenen Computersystem bereits Mitte 2015 Dateien vor, mit denen der Islamist wohl rechtzeitig vor dem Anschlag hätte abgeschoben werden können. Es waren Abdrücke seiner Handflächen, mit denen die tunesischen Behörden Amris Identität hätten feststellen können. Doch das BKA vergaß offenbar, dass die Abdrücke abrufbereit vorlagen – und leitete sie weder der zuständigen Ausländerbehörde noch den tunesischen Behörden zu. Obwohl sein Asylantrag abgelehnt wurde, konnte der terroristische Gefährder deswegen nicht abgeschoben werden. Wie soll so etwas nur passieren?

Den Verantwortlichen ist es bisher gelungen, das folgenschwere Versäumnis unter der Decke zu halten – obwohl man vermuten darf, dass ihnen der kaum zu begreifende Fehler mindestens bei der behörde...

Lesen Sie hier weiter!