Kommentar "Süddeutsche Zeitung": Konstituierende Sitzung des Bundestags

Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt zur ersten Sitzung des neuen Bundestages:

"Der AfD steht nach den Regularien ein Vizepräsidenten-Amt zu. Es ist üblich, dass die anderen Fraktionen den Vorgeschlagenen mitwählen; Pflicht ist es nicht. Es gehört sich aber, dass man hier auch in den sauren Apfel beißt: Diese Wahl bedeutet ja nicht, die Politik des zu Wählenden zu goutieren; sie anerkennt aber, dass das Präsidium des Bundestags das ganze Plenum zu repräsentieren hat. In einen Apfel, den er für giftig hält, muss der Bundestag gleichwohl nicht beißen - also nicht einen Vizepräsidenten wählen, der Unfrieden schürt. (...) Albrecht Glaser, der AfD-Kandidat, ist ein Islamfeind. Abgeordnete sollen Vertreter des ganzen Volkes sein, auch der Deutschen mit islamischer Religion. Glaser hat sie ausgegrenzt. Wenn es Widerstand dagegen gibt, dass ein solcher Ausgrenzer den Bundestag repräsentieren soll, ist das verständlich und richtig. Es geht nicht um Missachtung der AfD, sondern um Selbstachtung des Parlaments."

(folgt fünf)