Kommentar zur Pressefreiheit: Entzug der G20-Akkreditierungen sollte jeden beunruhigen

Die Pressefreiheit zeigt oft die tatsächliche Freiheit innerhalb des Staats an.

Wer auf die Weltkarte der Pressefreiheit schaut, der sieht in Russland und andernorts viel rot (schwierige Lage), nicht zuletzt in China eine ganze Menge schwarz (sehr ernste Lage) und in Polen oder Ungarn braun (erkennbare Probleme). Gelb (zufriedenstellende Lage) sieht er überwiegend in Nordamerika, Australien und Europa. Und weiß (gute Lage) allein in Deutschland, seinen Nachbarländern und Neuseeland. Muss diese Karte, gezeichnet von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, nach der Affäre beim G20-Gipfel in Hamburg neu gezeichnet werden? Gewiss nicht.

Gleichwohl wirft der nachträgliche Entzug von 32 Akkreditierungen für Journalisten eine ganze Menge Fragen auf. Im Übrigen belegt er einmal mehr doch dies – dass die Pressefreiheit auch im bis zuletzt mutmaßlich freien Westen zunehmend unter Druck gerät. Das muss nicht nur Journalisten beunruhigen, sondern die gesamte Gesellschaft. Die Pressefreiheit nämlich – diese Binsenweisheit muss man heute leider immer mal wieder aussprechen – ist ein Indikator für Freiheitsrechte insgesamt. Wo Medien nicht mehr frei sind, sind es auch Bürger nicht.

Viele offene Fragen

Was die Vorgänge in Hamburg angeht, so wirft der Vorgang bis heute weit mehr Fragen auf, als Antworten auf dem Tisch liegen. Warum brauchten Bundeskriminal- und Bundespresseamt vom 23. Juni bis zum 6. Juli, um festzustellen, dass angeblich 32 Medienvertreter Anlass zur Sorge bieten? Warum waren die Listen mit den Namen zeitweilig öffentlich einsehbar? Warum standen darauf auch Menschen, denen zuvor sogar erlaubt worden war, anders als die meisten Kollegen in die unmittelbare Nähe der Staats- und Regierungschefs zu gelangen? Und warum schließlich glaubte...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung