Kommentar: Die Polizeiarbeit am Breitscheidplatz war desaströs

Die zerstörte Frontscheibe des Lkws (Archivbild)

Aus Fehlern lernt man. Und glaubt man der polizeiinternen und schonungslosen Fehleranalyse, dann muss die Berliner Behörde viel lernen. Der Bericht offenbart eine desaströse Einsatzplanung nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz und eklatante Fehler, die so von einer Sicherheitsbehörde in einer Millionenmetropole einfach nicht gemacht werden dürfen.

An dem Abend war unter den "einfachen" Einsatzkräften vor Ort sehr früh klar, dass es sich wahrscheinlich um einen Anschlag handelt. Der diensthabende Polizeiführer klassifizierte die Lage dennoch zunächst als "Verdachtsfall Amok". Die Behörde ließ mehr als drei Stunden verstreichen, bis sie die bei Terrorlagen vorgesehenen "Fahndungssofortmaßnahmen" einleitete.

Die Polizei kontrollierte weder gezielt die Umgebung des Breitscheidplatzes noch mögliche Fluchtwege auf Straßen oder Bahnstrecken. Der Attentäter Amri konnte sich seelenruhig in Berlin bewegen – und das bewaffnet. Nicht auszudenken, wenn der Tunesier eine zweite Attacke geplant und durchgeführt hätte. Auch bei der Kommunikation ging es drunter und drüber. Die Führungsgruppe innerhalb der Polizei war an jenem Abend wild zusammengewürfelt, ungeübt, handelte intuitiv und erteilte keine klaren Aufträge.

Die Polizei gibt die Versäumnisse nur mit Salamitaktik zu

All das kann man ändern. Dafür müssen diese Fehler aber transparent ausgewertet werden. Und das führt zum zweiten, vielleicht schwerwiegenderen Versäumnis. Die Fehler, die an jenem Abend und auch danach gemacht wurden, s...

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