Kommentar: Obdachlose in Berlin - Jetzt muss gehandelt werden

Obdachlose haben unter der Oberbaumbrücke ihr Zeltlager errichtet (Archivbild)

Berlin. "Wir brauchen ein Konzept." Es ist derzeit einer der beliebtesten Sätze in der Debatte über die Obdachlosen in Berlin. Diese drehte sich in den vergangenen Wochen insbesondere um einen Ort: den Großen Tiergarten. Besser gesagt um illegales Campieren, Prostitution, eine zunehmende Vermüllung, einen Pfefferspray-Angriff und allem voran: einen Mord. Die grüne Lunge Berlins: ein gefährlicher Ort.

Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) war der Erste, der aufschrie. Innensenator Andreas Geisel (SPD) gründete schließlich eine Taskforce, dann vergingen noch einmal anderthalb Wochen, bis nachhaltig gehandelt und geräumt wurde. Das Problem ist damit aber nicht gelöst, es verlagert sich nur. Obdachlosencamps gibt es dann eben woanders. Statt im Tiergarten stehen nun unter anderem an der Hertzallee, am Hardenbergplatz, an der Bundesallee Ecke Hohenzollerndamm und im Regierungsviertel im Spreebogenpark die Zelte der Vertriebenen.

Da stellt sich die Frage, warum das, was bei Flüchtlingen in Form von Container-Wohnungen mittlerweile weitestgehend funktioniert, nicht auch bei Obdachlosen klappen kann. An diesem Mittwoch beginnt offiziell die Saison der Berliner Kältehilfe. 850 Plätze versprach Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) bereitzustellen. Allerdings: Die Zahl der in Berlin lebenden Obdachlosen schätzt die Senatorin selbst auf 5000 bis 8000. Einige Obdachlosenhilfen gehen sogar von bis zu 10.000 aus. Da zeugen 850 Betten maximal von gutem Willen. Aber der reicht nich...

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