Kommentar: Michael Müller will zu viel

Die Kritik am Berliner SPD-Chef wird immer lauter. Und die kritischen Stimmen werden noch zunehmen, meint Gilbert Schomaker.

Eigentlich – so dachte wohl Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller – ist die Sache durch. Unmittelbar nach der auch für die Berliner SPD besonders verheerenden Bundestagswahl hatte Müller in seiner Funktion als Landesvorsitzender die Parteimitglieder zusammengerufen. Sie sollten Dampf ablassen können. Doch der so organisierte interne Druckausgleich reicht offenbar nicht. Die SPD ist ein Topf – voll mit brodelndem Wasser –, und er könnte bald überkochen.

Nach der SPD Frohnau und nach der Bezirksbürgermeisterin von Neukölln haben sich nun zwei junge Abgeordnete mit Kritik zu Wort gemeldet. Kritik, die vor allem darauf zielt, Müller als Landesvorsitzenden abzulösen. Für Müller ist das gefährlich. Denn Grundlage seiner Macht ist die Ämterhäufung. Als vor der Abgeordnetenhauswahl niemand Müller infrage stellen konnte, holte er sich auch den Parteivorsitz und umgab sich im Vorstand mit Getreuen.

Sein Vorgänger im Amt des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, hatte nie Ambitionen, auch die Partei zu führen. Wowereit empfand das eher als lästig. Er konnte sich das aber auch leisten. Denn Wowereit brachte der Berliner SPD bei jeder Wahl aufgrund seiner Beliebtheit einige Prozentpunkte. Bei Müller ist das anders. Seine persönlichen Umfragewerte sind schlecht. Die Partei konnte bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zum Bundestag nicht vom Amtsbonus profitieren. Das bemerken immer mehr Parteimitglieder, vor allem junge Genossen.

Dass Müller nun turnusgemäß den Vorsitz im B...

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