Kommentar: Lehrer brauchen Hilfe beim Kampf gegen Antisemitismus

Eine Kundgebung in Berlin gegen Judenhass (Archivbild)

Die Ergebnisse der Befragung von Berliner Lehrern zeigen eines sehr deutlich: Es wird höchste Zeit, dass die zuständigen Politiker den Pädagogen stärker zur Seite stehen, wenn es darum geht, antisemitische und salafistische Ansichten und Verhaltensweisen von Schülern zu bekämpfen. Wie der Befragung, die das American Jewish Committee am Mittwoch veröffentlicht hat, zu entnehmen ist, haben sich radikale Einstellungen auf den Schulhöfen verstärkt. Im Denken vieler, vor allem türkisch- und arabischstämmigen Schüler nehmen streng religiöse Aspekte des Islam demnach einen immer größeren Platz ein.

Mit dieser Entwicklung dürfen die Lehrer nicht alleingelassen werden. Zwar sind in den vergangenen Jahren nicht nur von der Bildungsverwaltung verschiedene Projekte aufgelegt worden, um sie zu stoppen, offensichtlich aber ohne großen Erfolg. Umso wichtiger ist es jetzt, die Probleme offen anzusprechen. Es gilt, demokratische Grundwerte zu verteidigen – und da ist die gesamte Gesellschaft gefragt, wobei den Schulen eine Schlüsselrolle zukommt.

Eine systematische Untersuchung ist nötig

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) muss das Problem deshalb nun in vollem Umfang angehen und als erstes eine systematische Untersuchung über die zunehmende Verbreitung verschiedener Formen des Salafismus an Berliner Schulen veranlassen. Umfragen wie die des American Jewish Committees sind zwar hilfreich, aber nicht repräsentativ. Außerdem reicht es nicht, wenn einzelne Lehrer immer mal wieder auf die gefähr...

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