Kommentar zu den KVB-Konzerten: Kommen jetzt die KKB – die Kölner Kultur-Betriebe?

Unser Autor Peter Berger kommentiert die Musik-Aktion der Kölner Verkehrs-Betriebe.

Mini-Konzerte in der Straßenbahn. Für ein Viertelstündchen. Das ist ein Geschenk der Kölner Verkehrs-Betriebe an ihre Kunden zum 140-jährigen Bestehen. So eine Art rollendes Opernhaus.

Nach dem Motto: Die KVB ist Musik in meinen Ohren. Den Auftakt gab’s mit einem Mini- KVB-Orchester in der Linie 9 und dem Song „Highland Cathedral“, aus dem die Bläck Fööss „Du bes die Stadt, op die mer all he stonn“ gemacht haben. Einmal im Monat KKB – Kölner Kultur-Betriebe.

Oberirdisch Hochkultur, ansonsten Sub-Kultur. Zum Beispiel „Müngersdorfer Stadion“, den Klassiker, mit dem sich Zeltinger seit Jahren über Wasser hält. „Ich fahr schwatz met de KVB, die Markfuffzich dät denne och nit wieh.“ Klasse!

Poetry Slam und Orchester

Doch das Größte ist der KVB-eigene Poetry-Slam in der U-Bahn-Station am Ebertplatz. Ein echter Geheimtipp. Die Premiere war am Sonntagmorgen um 7.15 Uhr. Vier Gleise, vier Lautsprecher, alle Durchsagen auf einmal. Nächste Aufführung ungewiss. Welche literarischen Meisterwerke da entstehen können, quasi aus dem Nichts! Beim ersten Hören völlig sinnfrei, aber auf Dauer gewöhnt man sich dran. Niehlhilismus in der Linie 16. Schade nur, dass den Text kaum jemand mitbekommen hat.

„Bitte benutzen Sie zum Einstieg die Sebastianstraße, alle unsere Türen sind zeitnah in Fahrt, rücken Sie über Amsterdamer Straße auf Gleis 1 vor und nehmen Sie den nächsten Zug.“ Dabei herrscht in der U-Bahn striktes Rauchverbot.

Mein persönliches Geschenk an die Kölner Kultur-Betriebe sind ein paar Zeilen eines Liedchens, das ich mal aufgeschnappt habe, aber nicht mehr weiß, wem es zuzuordnen ist und die da lauten: „Abendstille im Stellwerk, stell weg den Hebel, die Züge kommen. Kommen ist wie gehen, bloß von hinten, und hinten hängt Friedrich, das Schlusslicht.“ Das würde ich gern mal durchsagen. Sonntags am Ebertplatz. Und anschließend schwarzfahren. Mit Zeltinger, d’r Plaat....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta