Kommentar zur Kulturdezernentin: „Es gibt mehr als eine Verantwortliche“

Eine Kulturdezernentin wird nicht als Baumanagerin angestellt.

Die Wortwahl in den Erklärungen der Abwahlbefürworter vermittelt den Eindruck, dass eine Frau ganz allein die komplette Stadt ins Elend gestürzt hat. Wer so dick aufträgt, bestärkt den Verdacht, dass es nicht nur um die Abwahl einer „Versagerin“ geht, sondern auch darum, einen Sündenbock vorzuschieben. Für das, was auf Kölns Baustellen schief läuft, tragen wahrscheinlich viele andere ebenfalls Verantwortung. Doch gegen die gibt es keine Abwahlanträge.

Man kann zu dem Ergebnis kommen, dass die Kulturdezernentin gehen soll. Dies aber mit Kölns teuren Chaosbaustellen zu begründen, ist unfair. Eine Kulturdezernentin wird nicht als Baumanagerin angestellt. Dafür sollte es in einer Stadtverwaltung andere Experten geben. Eine Kulturdezernentin soll sich um Kulturpolitik kümmern.

Impulse setzen

Für diesen Job in einer pulsierenden Großstadt müsste sie vermitteln und vernetzen können, Impulse für die Stadtentwicklung setzen, die freie Szene pflegen, das Profil einer Stadt prägen, sich um ihre Innen- wie Außenwirkung kümmern. Sie müsste eine Vorstellung von der Stadt der Zukunft haben, eine Lobbyistin für Urbanität und kulturelle Vielfalt sein.

Für all diese Dinge steht die stille und wenig präsente derzeitige Dezernentin nicht. Insofern wäre ein Neuanfang gut – aber er ergibt nur Sinn, wenn die Politik zuvor die Stellenanforderungen überarbeitet....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta