Kommentar: Bei der Kinderbetreuung ist noch viel Luft nach oben

Kinder in einer Kita

Es ähnelt einem Streit in einer Kita, man könnte auch sagen im Sandkasten. Die renommierte Bertelsmann-Stiftung sagt, in Berlin müsse sich eine Erzieherin in Krippengruppen immer noch um zu viele Kinder kümmern. Die Senatsjugendverwaltung kontert, die Zahlen seien veraltet. Die Landesregierung habe längst nachgebessert. Außerdem werde auch in den kommenden beiden Jahren mehr Personal eingestellt und im August 2019 dann ein Betreuungsschlüssel erreicht, der weit besser als der Bundesdurchschnitt ist. Dafür gebe Berlin mehr als 100 Millionen Euro aus.

Also alles in bester Ordnung? Jugendstadträte in den Bezirken sagen, die Verbesserungen würden sich eher auf dem Papier als in der Praxis darstellen. Die Bertelsmann-Stiftung wiederum nennt ganz andere Zahlen und erklärt, für einen wirklich kindgerechten Personalschlüssel müsse Berlin zusätzlich 12.100 Vollzeit-Erzieher rekrutieren und mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr bereitstellen. Aber letztlich geht es gar nicht darum, wer hier recht hat oder wer Äpfel mit Birnen vergleicht. Tatsache ist, dass die rot-rot-grüne Landesregierung den Kitaausbau längst nicht auf der Habenseite verbuchen kann. Es besteht kein Anlass, sich die Verhältnisse schönzureden.

In Neukölln müssten bis 2019 jeweils 1000 neue Kitaplätze pro Jahr geschaffen werden

Vordringliche Herausforderung ist der Fachkräftemangel. Wenn SPD-Bildungs- und Jugendsenatorin Sandra Scheeres sagt, es werde auch 2018 und 2019 mehr Personal geben, dann setzt das natürlich voraus, ...

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