Kommentar "Kölner Stadt-Anzeiger": Erdogans Politik

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" schreibt zur Strategie der Türkei :

"Mit der Entsendung von Truppen nach Libyen zieht der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan in den nächsten Krieg. Es könnte sein letzter werden. Denn Erdogan ist dabei, sich militärisch und politisch zu übernehmen. Mit seiner aggressiven Strategie isoliert er sich international immer mehr. Die EU prüft Sanktionen. Die USA und die UN kritisieren den Militäreinsatz in Libyen ebenso wie Russland, auf dessen Wohlwollen die Türkei in Syrien angewiesen ist. (...) Mit seinem militärischen Muskelspiel in Syrien und Libyen sowie dem Säbelrasseln gegenüber Griechenland und Zypern versucht Erdogan, seine Landsleute von der ökonomischen Misere abzulenken. Je schlechter es den Menschen geht, desto stärker wird die Sehnsucht nach Größe und Bedeutung. Erdogan bedient mit neoosmanischen Visionen einen kollektiven Minderwertigkeitskomplex. Aber das scheint nicht mehr zu funktionieren. Die Zustimmung der Bevölkerung schwindet, und auch in der Regierungspartei AKP rumort es. Früher oder später könnte Erdogan zu Neuwahlen gezwungen sein. Ob er sie noch einmal gewinnt, wie alle Wahlen seit 2002, ist nicht mehr sicher."

(folgt acht)