Kommentar: Herthas Sieg gegen Hamburg – Der Anfang ist gemacht

Karim Rekik (l.) war mit seinem Tor maßgeblich am Sieg gegen den HSV beteiligt

In 26 Jahren Profi-Fußball nimmt man eine Menge mit. Pal Dardai jedenfalls hat für fast jede Situation eine passende Handreichung parat, ein Leitmotiv, das nicht nur auf dem Fußballplatz als kleine Lebenshilfe funktioniert. "Man darf sich nicht in die eigene Tasche lügen", lautet einer dieser Sätze von Herthas Chef­trainer, gewissermaßen ein Dardai'sches Prinzip. Nach dem 2:1 gegen den ­Hamburger SV sollte es dringend zur Anwendung kommen.

Natürlich war der langersehnte Sieg ein Befreiungsschlag für die Berliner – einer, den sie sich mit den Grund­tugenden erkämpft haben. Einsatz und Leidenschaft stimmten, Galligkeit, ­Aggressivität und Wille waren im Vergleich zu den enttäuschenden Auftritten der jüngeren Vergangenheit deutlich sichtbar. Nun anzunehmen, durch den Erfolg sei Hertha wieder voll auf Kurs, wäre jedoch fatal.

Bedenkliche Wackler

Denn die Defizite im Berliner Spiel konnte der Dreier gegen die Hanseaten nicht verdecken. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Dass Hertha in einer merklich angespannten Situation plötzlich das Fußballspielen für sich entdeckt, war natürlich nicht zu erwarten. Aber eine Blanko-Entschuldigung dürfen die schwierigen Umstände eben auch nicht sein.

Erneut fehlte es an Ideen und Automatismen, an Ballsicherheit auch. Und dass sich in der Verteidigung immer wieder Wackler einschleichen, verkommt mehr und mehr zum Standard. Sieben eigenen Torschüssen standen am Sonnabend zehn des HSV gegenüber, und viele andere Klubs ­hätten jene zu nutzen gewus...

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