Kommentar: Die Hamburger Polizeiführung hätte von Berlin lernen sollen

Polizisten stützen in Hamburg nahe der Landungsbrücken einen verletzten Kollegen

Wer von seinen Untergebenen Höchstleistungen erwartet, muss auch dafür sorgen, dass die Bedingungen stimmen. In diesem Bereich hat die Hamburger Polizeiführung auf ganzer Linie versagt. Es ist schlicht unfassbar, wenn Polizisten tagelang im Dauereinsatz sind, kaum Schlaf bekommen, während ihrer kurzen Ruhezeiten auf dem Boden liegen müssen, schlecht versorgt werden und im Einsatz dann – wie im Fall der Berliner – auch noch nach ganz vorn geschickt werden.

Das Ergebnis: Besonders viele verletzte Beamte kommen aus der Hauptstadt. Nun ist der Frust groß. Polizeiführung, Politik und Gewerkschaften tun gut daran, diesen Einsatz aufzuarbeiten. Dass das geschehen wird, zeigen erste Signale quer durch alle Fraktionen und aus dem Hause von Innensenator Andreas Geisel (SPD). Dabei können aus Berlin auch ruhig genauso deutliche Worte kommen wie vor dem Gipfel aus Hamburg. War es doch die Polizeiführung der Hansestadt, die drei Berliner Hundertschaften wegen einer zu heftigen Feier in einem Containerdorf nach Hause schickte.

Begründet wurde das damit, dass die Hauptstadt-Beamten kein "hanseatisches Auftreten" an den Tag gelegt hätten. Rückblickend auf den Einsatz am Wochenende muss man feststellen: Wäre doch nur die Hamburger Polizeiführung hanseatisch aufgetreten. Nämlich ein wenig gastfreundlicher gegenüber jenen Einheiten, die für sie die Kohlen aus dem Feuer geholt haben.

Hanseatisch wäre auch gewesen, wenn man mal geschaut hätte, wie die Berliner Polizeiführung es in vergangenen Jahre...

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