Kommentar: Gut, dass Joachim Löw alarmiert ist

Bundestrainer Joachim Löw

Die große Herausforderung eines guten Fußballtrainers ist es, gleichzeitig in die Zukunft gucken zu können und in die Vergangenheit. Joachim Löw hat beim Blick in die Zukunft gerade den Alarmierten gegeben. Der Bundestrainer macht sich vor der WM 2018 in Russland Sorgen um den deutschen Fußball – und das nicht erst, seit alle sechs Bundesligisten zufällig in einer Woche ihre Spiele im Europapokal verloren haben. Löw hat allgemein Angst vor der Hybris der Weltmeisternation. Er kennt sie nämlich. Besoffen vom eigenen WM-Triumph 2014 hatte die DFB-Auswahl eine miserable EM-Qualifikation gespielt und an einem verregneten Oktoberabend in Leipzig ein Tor von Max Kruse zum 2:1 gegen Georgien benötigt, um sicher bei der Endrunde 2016 in Frankreich dabei zu sein. Dort war im Halbfinale Schluss, obwohl Deutschland das beste Team stellte. Die Schlaffheit der Monate zuvor schlug sich nieder.

Wenn Löw nun nach der starken WM-Qualifikation für Russland in die Zukunft guckt und sagt, jetzt fange "die richtige Arbeit erst an", dann hat das mit der eigenen Vergangenheit zutun. "Wenn man sich mit dem zufrieden gibt, ist man schon auf dem Weg nach unten. Wir als Weltmeister müssen uns neu erfinden." Das ist seine Erkenntnis. Der aktuelle Erfolg der deutschen Mannschaft hat etwas mit einem Mentalitätswandel zutun – weg von der Sattheit nach Rio 2014 hin zur Gier nach neuen Siegen. Das macht Hoffnung, dass in Russland erstmals seit Brasilien 1958 und 1962 wieder eine Nation in der Lage sein wird, ...

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