Kommentar: Granate auf dem Markt - Sollte der FC Bayern sein Glück bei CR7 versuchen?

Jan Marschke
90Min

​Uli Hoeneß kündigte vor einigen Wochen an, dass der FC Bayern in dieser Transferperiode einige "Granaten" an Land ziehen werde. Nun plant offenbar Cristiano Ronaldo einen Abgang von Real Madrid. Den Europameister, Weltfußballer und vierfachen Champions-League-Sieger könnte man durchaus als "Granate" bezeichnen. Sollten die Münchener also den Versuch wagen, den Portugiesen an die Isar zu locken?

Aufgrund von Steuervergehen ist Cristiano Ronaldo gewillt Spanien zu verlassen. Dies berichten spanische Medien übereinstimmend. Wenn also der Weltfußballer auf dem Markt ist, sollte es also nicht verwunderlich sein, dass ein Weltverein wie der FC Bayern sich so seine Gedanken macht.

Anstieg der Marke 'Bayern München'

Gerade weil auf Ronaldos linker Seite bei den Bayern eine auffällige Vakanz besteht. Franck Ribéry wird nicht jünger und Back-Up Douglas Costa zieht es wohl Richtung Juventus. Sportlich gesehen würde ein solcher Transfer also durchaus Sinn ergeben. Falls die Verpflichtung des besten Spielers der Welt jemals keinen Sinn ergeben sollte. 

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Flüchtet der Portugiese aus Spanien?



Zudem würde die Marke "Bayern München" durch eine Verpflichtung von CR7 ein enormes Wachstum erfahren. Alleine durch Trikot-Verkäufe wären wohl die Unterhaltskosten wieder eingefahren. 

Imageschaden?

Allerdings tritt man in München aufgrund der jüngeren Vergangenheit dem Thema "Steuervergehen" wohl etwas sensibler gegenüber. Ein weiterer Steuersünder in den Reihen des Rekordmeisters wäre wohl nicht förderlich für das Image der Süddeutschen. Zudem die Personalie Cristiano Ronaldo in der Fanwelt ohnehin kontrovers diskutiert wird. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ein Zwischending scheint hier nicht im Rahmen des Möglichen zu liegen.

Des Weiteren ist der Torjäger bereits 32 Jahre alt. Zwar spielt der Portugiese noch auf Top-Niveau und eine erneute Auszeichnung als "Weltfußballer des Jahres" wäre kaum verwunderlich, doch irgendwann in den nächsten Jahren wird sein Körper nicht mehr im Stande sein, derartige Spitzenleistungen aufzubringen.

Demnach wäre ein Transfer nur eine Kurzzeitlösung und nicht von nachhaltiger Wirkung. Doch zu diesem Zwecke wäre der finanzielle Aufwand viel zu hoch und stände in keinem gesunden Verhältnis zur bisherigen Philosophie des FC Bayern.

Manchester United v Middlesbrough - Premier League


Von 2003 - 2008 bei Manchester United aktiv - Cristiano Ronaldo (r.)



Sollte Ronaldo Real Madrid wirklich verlassen, dann wäre ein Engagement auf der Insel sowieso wahrscheinlicher. Der portugiesische Nationalspieler schwärmte auch während seiner Zeit bei den Königlichen immer noch von seinem Ex-Klub Manchester United. Und die sind ja bekanntlich auch bereit Unsummen zu bezahlen. Der FC Bayern jedenfalls sollte von einem Transfer absehen und sich lieber nachhaltige Verstärkung suchen.