Kommentar: Geisel muss das Vertrauen in die Polizei wiederherstellen

Der Berliner Innen-Staatssekretär Torsten Akman (l) und Innensenator Andreas Geisel beim Innenausschusses des Abgeordnetenhauses

Ausgerechnet bei der Polizei wird getrickst und vertuscht. Was der von Innensenator Andreas Geisel (SPD) eingesetzte Sonderermittler Jost bislang über die Manipulationen an der Akte des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Amri herausfand, erschüttert das Vertrauen in eine wichtige staatliche Sicherheitsbehörde. Im Landeskriminalamt soll tatsächlich versucht worden sein, eigene Fehler aus der Zeit vor dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland zu vertuschen.

Das Vertrauen ist nicht nur erschüttert, weil ein Mitarbeiter im Nachhinein den gewerbs- und bandenmäßig agierenden Drogendealer Amri zu einem harmlosen Kleinkriminellen in den Ermittlungsakten degradierte. Wie der Sonderermittler jetzt auch noch herausfand, versagte zudem die Fachaufsicht. Das Vertrauen erschüttert umso mehr, dass inzwischen offenbar sogar jener unmittelbare Vorgesetzte im Verdacht steht, die Manipulationen gedeckt oder vielleicht gar in Auftrag gegeben zu haben. Seine Rolle werden weitere Ermittlungen zu klären haben.

Auch wenn es dafür nie einen Beweis geben wird: Zu der Tragödie kurz vor Weihnachten 2016, bei der in Berlin zwölf Menschen sterben mussten und mehr als 60 verletzt wurden, wäre es womöglich nicht gekommen, wenn gegen Amri noch vor seiner Tat ein Haftbefehl erlassen worden wäre – wegen Drogendealerei. Amri war, so immerhin die Erkenntnis mittlerweile, ein Einzeltäter ohne Komplizen in Deutschland, allerdings vom Ausland gesteuert von Mitgliedern des sogenannten Islamischer...

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