Kommentar: Wie geht man mit einem Despoten wie Erdogan um?

Die Türkei driftet in eine Diktatur ab und Berlin steht mit erhobenem Finger da.

Es ist schwer zu ertragen gewesen: Die türkische Staatsführung zimmerte sich in den vergangenen Monaten und Jahren immer eifriger ihre Diktatur zu recht. Und die Bundesregierung übte sich in Zurückhaltung und buddhistisch anmutender Gelassenheit, preisverdächtig geradezu. In der Türkei wurden Menschen gleich kompanieweise verhaftet, Zeitungen geschlossen, Tausende Lehrer und Richter entlassen. Die Bundesregierung blieb ruhig, von ein paar Besorgnisäußerungen mal abgesehen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan tobte sich durch seine Reden, immer aggressiver, jedes Maß verlassend, nicht mehr zu erklären mit unterschiedlichen politischen Temperamenten und Traditionen. Er überzog sein Land mit einem Freund-Feind-Raster. Erdogan-Anhänger oder Terrorist. Die Kanzlerin kam ihn in Ankara besuchen. Auch deutsche Journalisten wurden verhaftet, sie sitzen seit Monaten ohne Prozess und teilweise ohne konsularische Betreuung im Gefängnis.. In der Bundesregierung verwies man auf Bemühungen hinter den Kulissen.

Wie geht man mit einem Despoten um?

Hilflos erschien das. Tatsächlich befand sich die Regierung in einem Zwiespalt. Denn wie geht man um mit einem Nachbarland, an dessen Spitze ein im Doppelsinne wütender Despot steht, der sich selbst absolut setzt und sich so unsicher zu fühlen scheint, dass er seine Kritiker mundtot machen will? Es gab und gibt wohl keine Strategie, mit der man den testosterongeladenen Erdogan hätte besänftigen können (außer die indiskutable, seinen Kurs in die Diktatur zu bestätigen). Der türkische Präsident setzt auf Kampf, ein Gegner von außen eint...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung