Kommentar "Frankfurter Allgemeine": Prognose deutsche Flugbranche

Die "Frankfurter Allgemeine" kommentiert die sich eintrübenden Prognosen der deutschen Flugbranche für das Geschäftsjahr 2020:

"Der Ausblick der deutschen Luftfahrt klingt alarmierend. Doch das täuscht. Obwohl die Branche für 2020 mit einer Schrumpfprognose aufwartet, muss man sich um sie keine großen Sorgen machen. Wenn in diesem Jahr weniger Flüge in Deutschland starten, ist das nicht die Folge eines dauerhaften harten Gegenwinds, sondern Resultat eines überfälligen reinigenden Gewitters. Nach einem erbitterten Preiskampf streichen Airlines Verbindungen aus den Flugplänen, die bislang gewaltige Überkapazitäten enthielten. Die Fluggesellschaften passen ihr Angebot also an die real vorhandene Nachfrage an. Zuletzt hatten sie Extraflüge mit einer künstlich erzeugten Nachfrage gerechtfertigt. Zusätzliche Kapazitäten ließen sich nur mit Billigtickets füllen. Das war schon ökonomisch Unfug. Denn mit niedrigen Reisepreisen ließen sich zwar mehr Passagiere anlocken, mehr Geld ließ sich damit aber nicht verdienen. Ökologisch waren die Überkapazitäten sowieso Irrsinn, die zur berechtigten Kritik an Ramschpreisen für Flüge führten"

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