Kommentar: Die Förderung der Berliner Wissenschaft folgt einem Trend

Berlin kommt beim Schuldenabbau besser voran als gedacht (Archiv)

Es ist ja in Berlin nicht unüblich, sich über den "Bund" zu beklagen. Mal gibt der seine Liegenschaften nicht so günstig ab wie gewünscht. Dann ändert er das Mietrecht nicht so, dass alle Mieter geschützt sind. Dann hat er uns mit dem Zensus 2011 mal eben 180.000 Einwohner weggestrichen mitsamt der Zahlungen aus dem Finanzausgleich.

Es gibt jedoch Felder, da muss die Hauptstadt der Bundesregierung dankbar sein. Die Förderung der Kultur in Berlin ist großzügig, wenn auch nicht ohne Eigennutz. Denn die Hauptstadt soll auch ein Ort der Repräsentation und nationales Aushängeschild sein. Noch mehr Geld als in Kunst und Musik fließt aber aus den Kassen des Bundes in die Berliner Wissenschaft. Der Betrag ist fast so hoch wie das, was Berlin selbst als Land jährlich für Hochschulen und Forschung aufbringt.

Aber die Förderung folgt einer Logik. Der Erfinder im stillen Kämmerlein ist aus der Mode. In Zeiten von Vernetzung und Kooperation sind Standorte leistungsfähiger, an denen eine kritische Masse von spezialisierten Experten zusammenarbeiten kann. Insofern hat Berlin mit seinen großen Universitäten und Instituten einen Vorteil gegenüber anderen Regionen. Auch deswegen gibt es hier ein Institut für Gesundheitsforschung, demnächst auch ein Deutsches Internet Institut, eine Forschungsfabrik für Mikroelektronik und ein Institut für Islamische Studien.

Dennoch ist die Förderung des Bundes kein Selbstläufer. Das meiste Geld fließt, weil Berliner Wissenschaftler spannende Themen erforschen un...

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