Kommentar: In Merkelland kann bald jeder nach seiner Fasson heiraten

Deutschland hat andere Probleme als die Ehe für alle.

Martin Schulz hat es schwer. Einmal natürlich, weil es nicht einfach ist, der Vorsitzende des SPD zu sein. Manche sagen, der Job sei anstrengender als Kanzlerkandidat. Noch nerviger als alles zusammen scheint aber zu sein, gegen Angela Merkel antreten zu müssen. Wie Schulz sich da den Ball zurechtgelegt hatte mit der Ehe für alle und wie elegant und gleichzeitig verschmitzt – das geht zusammen! – sie ihn ihm vom Spann genommen und in sein Tor geschossen hat!

Ein schönes grundsätzliches wunderbar kontroverses Thema über unser Gesellschaftsbild – mit einer Bemerkung zerstäubt. In Merkelland kann jeder nach seiner Fasson verheiratet werden.  Nun ja – selig ein Land, das keine anderen Probleme hat. Jeder von uns könnte eine lange Liste von Arbeitsplatz- bis Wohnungsmangel aufstellen, bei der kein Buchstabe ungenutzt bliebe.

Die Schwulenbewegung hat die ganze westliche Welt befreit

Aber bleiben wir erst einmal bei der sogenannten Ehe für alle. Über Jahrzehnte wurde die Vorstellung, gleichgeschlechtliche Paare hätten ein Anrecht darauf ihre Verbindung unter den Schutz des Artikel 6 Grundgesetzes gestellt zu sehen, belächelt oder auch energisch bekämpft. Noch vor wenigen Jahren hätte man sicher sein können, dass Kardinäle aus Köln und München wütend nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch öffentlich gegen den Untergang des christlichen Abendlandes interveniert wären. Der riesige Donner von damals ist leichten lauen Gegenwinden gewichen.

Die Republik hat sich geändert. Vor einem halben Jahrhundert landeten Schwule noch im Gefängnis. 1967 sah ich – wenn ich mich recht erinnere – das erste...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung