Kommentar zu Dobrindts Autobahn-Desaster : Ein Blender auf der Überholspur

Wer an den Autobahnen scheitert, an einem deutschen Mythos, hat ein Problem.

Infrastruktur ist langweilig. Es gibt nicht viele Menschen, die sich auf Anhieb für Stromnetze, Datennetze und Straßennetze in Deutschland interessieren. Mit einer Ausnahme: Wenn das Wort „Autobahn“ fällt, reden alle mit.

Denn die Autobahn gehört zu den deutschen Mythen, sie steht auch im Ausland für das immer noch seltsam innige Verhältnis der Deutschen zu ihren Autos und ihren Straßen. Es gibt Spezialanbieter in der Reisebranche, die Japanern und Chinesen einen einmaligen Geschwindigkeitsrausch auf deutschen Autobahnen ermöglichen, für einen hohen Preis. Und in Kalifornien gibt es  Werkstätten, die sich schlicht „Autobahn“ nennen, wenn sie schnelle deutsche Sportwagen reparieren. 

Immer geht es bei den Autobahnen um Grundsätzliches

Hierzulande ist die Frage, ob es ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben soll, nie eine rationale gewesen, denn mit Unfall- und Schadstoffstatistiken hätte man stets dafür argumentieren können. Die Frage nach unbegrenzt schnellem Fahren, dieser deutschen Spezialität, war immer eine politische und eine wirtschaftspolitische.

Geschwindigkeit wurde als Freiheit für Bürger verkauft, und von manchen auch so verstanden. Unvergessen ist der lange Kampf um ein Tempolimit auf der alten West-Berliner Autobahn, der Avus. Immer geht es bei den Autobahnen am Ende um Grundsätzliches. Nach den emotional geführten Tempo-Limit-Debatten wurde die Frage nach der Maut und der Privatisierung, also dem Preis fürs freie Fahren, zur nächsten Glaubensfrage der Autobahn.

Hier geht es nun nicht mehr darum, ob der Staat seine Bürger vor Schadstoffbelastungen und dem Unfalltod zu...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung