Kommentar: Das digitale Berlin ruht sich aus

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Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat dazu geführt, dass die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen so gut sind wie nie. Doch statt diese einmalige Chance dafür zu nutzen, sich auch für die Zukunft fit zu machen und insbesondere in die Digitalisierung zu investieren, ruhen sich Berlins kleine und mittlere Unternehmen (KMU) offenbar lieber auf ihren angesparten Finanzpolstern aus. So zumindest lässt sich der KMU-Report interpretieren, den die Investitionsbank Berlin und Credit Reform am Donnerstag vorgelegt haben.

Da diese Studie bereits im siebten Jahr in Folge erscheint, lässt sich in der Langzeitbeobachtung gut ablesen, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in den vergangenen vier Jahren deutlich abgesunken ist. Nur noch die Hälfte der Firmenchefs plant laut eigenen Angaben Investitionen. 2013 waren es noch 60 Prozent. Eine alarmierende Entwicklung, die langfristig dazu führen könnte, dass die Berliner Unternehmen von der Entwicklung überrollt werden.

Gefragt nach den Gründen, warum die Unternehmen das einmalig günstig zu habende Geld nicht nutzen, zeigt sich jedoch, dass oftmals nicht mangelnde Weitsicht dahinter steckt. Insbesondere die kleinen Unternehmen beklagen den enormen bürokratischen Aufwand, der ihnen die Kreditaufnahme erschwert. So sind die Dokumentationspflichten und die eingeforderten Sicherheiten inzwischen für Unternehmen so weit angeschwollen, dass viele Firmeninhaber mit weniger als 50 Mitarbeitern lieber abwinken, weil sich ...

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