Kommentar: Das Kölner Angebot an Schul- und Kitaplätzen reicht nicht

Die Stadt muss einräumen, dass sie falsch kalkuliert hat.

Die Klagen über den schleppenden Neubau von Schulen und Kitas sind längst Ritual – nicht nur bei der alljährlichen Pressekonferenz der Schulverwaltung nach den Sommerferien.

Doch in diesem Jahr ist etwas Neues hinzu gekommen: Die Stadt muss einräumen, dass die Zahlen ihrer Bevölkerungsprognose zu niedrig liegen. Das kann passieren, wenn sich die Menschen bei ihrer Fortpflanzung nicht um die Rechnereien der Statistiker scheren.

Und trotzdem ist das Eingeständnis und der Umgang damit ein weiteres Beispiel für die Unfähigkeit von Verwaltung und Politik, zeitnah und mit Tempo zu handeln. Dass die Geburtenzahlen 2016 auf ein Rekordniveau klettern würden, war seit Mitte des vergangenen Jahres absehbar. Dennoch ist bis vor kurzem offensichtlich keinem Verantwortlichen überhaupt aufgefallen, dass die Realität nicht mehr zu den Prognosen passt.

Mehr Kinder in Köln geboren, als prognostiziert

Da wurde noch über die Auswirkungen der Zuwanderung auf das Bevölkerungswachstum diskutiert, die eine Bertelsmann-Studie nahelegte. Dabei hatten allein die hier lebenden Kölner dafür gesorgt, dass schon jetzt mehr Kinder geboren werden, als die Prognosen annahmen. Nun sollen die Zahlen überarbeitet werden – bis 2018!

Und wieder geht Zeit ins Land, obwohl man doch eigentlich nur eins und eins zusammenzählen muss, um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen: Das derzeitige Angebot reicht hinten und vorne nicht. Dabei geht es nicht um ein paar Verbesserungen, damit Kinder nicht zu weit in die Schule fahren müssen.

Es geht tatsächlich darum, dass Tausenden, für die es bislang noch keine Plätze in Schulen oder Kitas gibt, in Zukunft überhaupt ein Angebot gemacht werden kann. Die zuständige Dezernentin spricht vom „Notstand“. Ein Notstand rechtfertigt besondere Gegenmaßnahmen. Man hat nicht den Eindruck, dass dies jeder im Rathaus verstanden hat....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta