Kommentar zum CSD: Heute geht es nicht nur um Homosexuelle

Trotz der Ehe für alle muss weiter für die Rechte von LGBTI gekämpft werden.

Als vor drei Wochen im Bundestag die historische Entscheidung zugunsten der Ehe für alle fiel, wurden die politischen Gegner nicht müde, zu betonen, dass sie nichts gegen Schwule und Lesben hätten. „Ich bin nicht homophob, aber…“

Man kennt diese Argumentation aus anderen Bereichen unserer Gesellschaft: „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber…“ Was dahinter folgt, ist meist ein Zweifel. Ein Halbsatz, der alles davor stehende wieder relativiert. Auch als die Berliner Zeitung am vergangenen Montag mit dem Wochenschwerpunkt „Liebe für alle“ begann, lasen sich einige Leserbriefe so. „Nichts für ungut, aber… muss das sein?“ Und: „Gibt es denn nichts Wichtigeres?“

Am Christopher Street Day (CSD) werden in Berlin an diesem Wochenende wieder Hunderttausende Menschen auf die Straße gehen, weil sie finden, dass die Gleichbehandlung von Lesben, Schwulen, Trans- und Intersexuellen (LGBTI) – sei es vor dem Gesetz, am Arbeitsplatz, in der Berichterstattung von Redaktionen oder einfach in Form von Respekt ihrer Mitbürger in dieser Stadt – ein wichtiges Anliegen und Menschenrecht ist. Und Tausende werden ihnen vom Straßenrand aus dabei zusehen. 

Ist der CSD die schwule Version der Loveparade?

In einer Studie haben die Organisatoren des CSD untersuchen lassen, wer eigentlich bei dieser Veranstaltung mitmacht. Dafür wurden im vergangenen Jahr knapp 1100 zufällig ausgewählte Zuschauer und Teilnehmer entlang der Strecke befragt. 42 Prozent dieser Personen gaben an, heterosexuell zu sein. Bei einer ähnlichen Umfrage aus dem Jahr 2010 war das noch anders. Damals gab nur etwa ein Viertel der Befragten...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung