Kommentar: Auenweg-Raser müssen wohl doch ins Gefängnis – BGH belehrt Kölner Richter

Die Raser vom Auenweg müssen nun damit rechnen, im Gefängnis zu landen.

Die Diskrepanz hätte kaum größer sein können: In Berlin verurteilt ein Gericht zwei Raser wegen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe. Im Fall der Raser vom Auenweg, die im April 2015 eine 19-jährige Studentin zu Tode fuhren, erkennt dagegen das Kölner Landgericht lediglich auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren beziehungsweise 21 Monaten.

Nun hat der Bundesgerichtshof das äußerst milde Kölner Urteil, das seinerzeit für einen Aufschrei der Empörung gesorgt hatte, aufgehoben. Begründung: Das Landgericht habe „sich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt, wie sich die Bewährung auf das Rechtsempfinden der Bevölkerung auswirkt“. Die Raser vom Auenweg müssen nun ernsthaft damit rechnen, im Gefängnis zu landen.

Eine zu niedrig empfundene Strafe korrigieren

Richtig so! Fast möchte man der Vorsitzenden Richterin Beate Sost-Scheible persönlich für dieses Zurechtrücken eines von vielen als skandalös empfundenen Urteils danken. Die Begründung der Karlsruher ist umso bemerkenswerter, als sie das Strafmaß an sich nicht anfochten. Eine Vorsätzlichkeit, die eine lange Haftstrafe rechtfertigen würde, sahen auch sie nicht gegeben. Dass die Richter allein das „Rechtsempfinden der Bevölkerung“ als strafverschärfendes Kriterium gelten lassen, darf man durchaus als Belehrung der Kölner Richter verstehen.

Es ist der Auftrag, eine als zu niedrig empfundene Strafe zu korrigieren. Es ist zu hoffen, dass sich die Gedanken des BGH in anderen Urteilen niederschlagen. Der Gesetzgeber hat indes bereits reagiert und das Strafmaß für verbotene KFZ-Rennen Ende Juni verschärft. Den Rasern drohen künftig bis zu zehn Jahre Haft, wenn dabei ein Unbeteiligter ums Leben kommt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta