Kommentar: Der Berliner Senat als Bremser

Das Rote Rathaus in Berlin

Die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) warnt: Berlin gehen die Flächen für Gewerbe aus. Vor allem zusammenhängende Industrieareale seien für ansiedlungs- oder erweiterungswillige Firmen kaum noch zu bekommen, sagen auch Wirtschaftsförderer und Verbandsvertreter. Zu diesem Lamento passt so gar nicht, was in Marzahn passiert. Dort wartet Berlins größte Industriefläche seit zwei Jahren auf Betriebe. 90 Hektar bietet der Clean Tech Business Park. Aber außer einem Info-Pavillon gibt es dort nur gut erschlossene Brachen.

Gähnende Leere auf Marzahner Industriegebiet

Die Vermarkter verhandeln mit zwei Interessenten, heißt es. Nicht gerade viele, scheint es. Wenn sich in einer boomenden Stadt, wo angeblich so viele Unternehmen Flächen suchen, kaum jemand für solche Flächen interessiert, sollte man vielleicht mal über das Profil nachdenken. So richtig es ist, dort die Speditionen und Logistikzentren zu verhindern, verengt die Konzentration auf irgendwie geartete Umwelttechnologie womöglich den Kreis der ansiedlungsbereiten Firmen zu sehr.

Besonders befremdlich mutet jedoch das Agieren der Behörden an. Seit fast zehn Monaten ist die Finanzverwaltung nicht in der Lage, einen Vertrag über die Übernahme des ersten Grundstücks durch ein Unternehmen so zu gestalten, dass alle Seiten zufrieden sind. Dieses Tempo passt so gar nicht zu der Dynamik, die viele schnell wachsende Firmen in der Stadt entfalten. Der Senat erweist sich wieder einmal als Investitionsbremse.

Rot-Rot-Grün verfolgt neuer...

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