Kommentar: In Berlin muss die Verdrängung gestoppt werden

.

Gentrifizierung macht auch vor Kindertagesstätten nicht halt: Immer wieder werden Einrichtungen verdrängt, weil sie nach Luxussanierungen die höheren Mieten nicht mehr zahlen können. Betroffen sind häufig kleine Kitas, die von Elterninitiativen in Gewerberäumen oder Wohnungen von Mietshäusern gegründet wurden. Pro Jahr berichtet der Dachverband der Kinder- und Schülerläden von etwa 30 solcher Fälle.

Dabei kann sich Berlin gar nicht leisten, auf Kitaplätze zu verzichten. Im Gegenteil: Benötigt werden bis 2019/20 etwa 25.000 zusätzliche Plätze, um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung zu erfüllen. Gerade in den Innenstadtbezirken gibt es aber kaum freie Grundstücke, um neue Gebäude zu bauen. Stattdessen müssen die Räume angemietet werden. Bei den derzeit üblichen Mietzuschüssen, die das Land an die freien Träger zahlt, ist das kaum noch möglich.

Schon lange fordern diese deshalb mehr Unterstützung, und jetzt ist offenbar der Handlungsdruck so groß, dass Bewegung in die Sache kommt. Wenn Berlin die Kitaplätze erhalten und neue schaffen will, müssen die Mietzuschüsse dringend den tatsächlich üblichen Kosten auf dem Markt angepasst werden. Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass ein Pauschalwert von etwa fünf Euro pro Quadratmeter nicht mehr der Realität entspricht. Die Mehrkosten, die schon jetzt anfallen, müssen an anderer Stelle eingespart werden. Entweder zahlen Eltern freiwillig Zusatzbeiträge für Spielgeräte oder Bastelmaterial, oder es leidet die Qualität in den Kitas...

Lesen Sie hier weiter!