Kommentar: Berlin braucht einen Plan für die East Side Gallery

Touristen genießen das gute Wetter an der East Side Gallery in Friedrichshain

Sie ist einer der Anziehungspunkte für die Touristen aus aller Welt: die East Side Gallery in Friedrichshain. Auch 28 Jahre nach dem Mauerfall besuchen täglich Hunderte Menschen das längste noch erhaltene Stück der Mauer, die Berlin in den Jahren 1961 bis 1989 teilte. Die bemalte Seite der früheren Hinterlandmauer ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen, auf der Rückseite, der "West Side Gallery" war in den letzten Wochen eine Installation mit Fotos von DDR-Grenzsoldaten zu sehen, dazu ergreifende Statements von Menschen, die unter dem SED-Regime gelitten haben. Aber reicht das?

Bei einer Anhörung vor wenigen Tagen haben Vertreter des Bezirks und des Senats diskutiert, wie man künftig mit der East Side Gallery umgehen soll, wer für den Schutz der Anlage verantwortlich sein soll, wer das Geld bereitstellt. Am Wochenende nun hat sich auch der Chef der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, zu Wort gemeldet. Und gefordert, dass dort ein Konzept für politisch-historische Bildung umgesetzt werden müsse. Der Ort benötige Informationen, es müssten Bildungsprogramme angeboten werden.

Wie recht Klausmeier hat. Wer an der East Side Gallery vor Ort ist und sich mit der Geschichte der geteilten Stadt auskennt, der merkt, dass viele Besucher zwar die bunten Gemälde toll finden, aber nicht wissen, welche Bedeutung sie haben, was da im Jahr 1989 und den folgenden Monaten passiert ist. Warum die East Side Gallery nicht nur ein Kunstprojekt, sondern dieses Mauerstück auch ein Zeugnis für d...

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