Kommentar: Berlin braucht ein neues Verkehrskonzept - nicht Tempo 30

Automassen auf der Leipziger Straße

Keine Frage: Stickoxide und Feinstaub sind eine akute Gesundheitsgefahr. Vor allem für diejenigen, die diesen Umweltgiften ständig und in zu hoher Konzentration ausgesetzt sind. Und diese Belastung ist in einigen Bereichen der Berliner Innenstadt messbar zu hoch. Nun will Verkehrssenatorin Regine Günther mit Tempo-30-Zonen an fünf Hauptstraßen prüfen, ob sie das Problem damit in den Griff bekommt. So sollen drohende Fahrverbote gegen Dieselautos in Berlin abgewendet werden.

Zweifel über die Wirksamkeit eines Tempolimits als Mittel der Wahl zur Schadstoffreduzierung sind allerdings angebracht. Nicht nur, weil auf der Leipziger oder der Potsdamer Straße schon heute weger chronischer Staus die Autos kaum schneller als Tempo 30 fahren können. Aussagekräftige Ergebnisse sind dort also kaum zu erwarten. Doch auch anderswo dürfte das Ergebnisse kaum besser sein.

So haben Messungen der Hochschule Kempten bereits im August 2016 ergeben, dass sich die Stickoxid-Emissionen im Straßenzug Osloer (Tempo 50) und Wisbyer Straße (Tempo 30) kaum unterscheiden. Viele Experten sind sich einig: Einen größeren Einfluss auf die Schadstoffbelastung haben die Abgasreinigung bei den Automotoren – und der Verkehrsfluss.

Ampelschaltungen besser abstimmen

Doch gerade in Berlin stehen Autos unabhängig von der Tempovorgabe viel zu häufig im Stau. Schuld daran sind schlecht oder gar nicht aufeinander abgestimmte Ampelschaltungen, oft monatelange Bausperrungen oder wild in der zweiten Reihe parkende Fahrzeuge. D...

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