Kommentar: Berlin darf weder Ballermann noch Disneyland werden

Die Karaoke-Show im Mauerpark in Prenzlauer Berg

Auch wenn manche genervten Nachbarn in Mitte und Friedrichshain, in Prenzlauer Berg und Charlottenburg das vielleicht nicht gern hören: Berlin braucht den Tourismus, er ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in dieser Stadt. Für 11,6 Milliarden Euro Umsatz haben Berlin-Besucher im vergangenen Jahr gesorgt, davon profitieren Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel, aber auch BVG, S-Bahn sowie zahlreiche Kultureinrichtungen. Berlins Bühnenlandschaft sähe ohne die Gäste anders aus. Die "kulturellen Entdecker", also diejenigen, die nicht nach Berlin kommen, um mit viel Alkohol die Nacht durchzutanzen, machen bereits 38 Prozent aller Gäste aus, der Anteil der Partytouristen sank 2016 im Jahresvergleich von 18 auf 16 Prozent.

Immer noch zu viele, mag man einwenden. Aber die Herausforderung, dass wir einen stadtverträglichen Tourismus brauchen, ist erkannt. Die von Burkhard Kieker geleitete Tourismus-Gesellschaft "Visit Berlin" kümmert sich um das Thema und die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop ebenso. Sie will im nächsten Frühjahr ein neues Tourismuskonzept vorstellen. Wir sind gespannt. Letztlich ziehen ja diejenigen, die von den Berlin-Besuchern leben, und diejenigen, denen das alles zu viel ist, am selben Strang.

Kieker betont stets, dass die Menschen hierher strömen, weil sie Berlin als Stadt der Freiheit, der Toleranz und Kreativität, als authentische und atmende Stadt wahrnehmen. Wer den Tourismus überstrapaziert, macht diese Authentizität kaputt, Berlin darf weder ...

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