Kommentar: Die Bayern sind wieder zu spät dran

Da hilft auch kein Beten mehr: Carlo Ancelotti (Mitte) ist nicht mehr Trainer des FC Bayern

Irgendwie musste ich sofort an "Die Ärzte" denken. An dem langgezogenen "zu spät" der Berliner Punk-Legenden kam man einfach nicht vorbei, als es am Donnerstag um 15.45 Uhr hieß: Die Bayern feuern Carlo Ancelotti. Eine Trennung vom Trainer so früh wie noch nie in einer Saison. Und doch zu spät. War die höchste Niederlage überhaupt in einer Vorrunde der Champions League der ultimative Auslöser? Eher der letzte Tropfen, der das Fass nicht erfüllter Erwartungen zum Überlaufen brachte.

Das Problem ist nicht die gescheiterte Nachfolge von Pep Guardiola, auch wenn mit jedem Ancelotti-Tag klar wurde, wie sehr die Guardiola-Gegner irren mussten angesichts des überragenden Fußballs, den der spanische Ballbarde hatte spielen lassen. Ancelotti zum jetzigen Zeitpunkt vor die Tür zu setzen, ist ein Eingeständnis, dass man mit der Entscheidung zu spät dran ist, denn die Entwicklung von Peps Überidee zu Carlos Ideenarmut war schon in der vergangenen Saison nicht zu übersehen.

Schon einmal machten die Bayern einen großen Schritt nach vorn, als ihnen Borussia Dortmund vor fünf Jahren den Rang abzulaufen drohte. Es war der entscheidende Kick für die Münchner, sich mit einem Kader auszustatten, der sie national uneinholbar machte und sogar auf den europäischen Thron hievte. Was die Dortmunder mit ihrer Spielweise einst vollführten, wiederholte nun Paris auf internationaler Bühne.

Hoeneß und Rummenigge sind jetzt gefordert

Die Bayern, allen voran die Großkopferten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigg...

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