Kommentar zur Autoindustrie und G20: Linke Systemkritik ist so notwendig wie eh und je

In Hamburg haben tausende gegen die unverantwortliche Wirtschaftsweise protestiert.

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? fragte Bertolt Brecht in der Dreigroschenoper. Heute könnte man fragen: Was ist das Anzünden eines Autos gegen das Betreiben einer Autofabrik? Das ist polemisch? Vielleicht. Aber falsch? Schauen wir doch noch einmal genauer hin, was sich in den Wochen seit dem Hamburger G-20-Gipfel in Deutschland ereignet hat.

Nach den Gewalttaten am Rande der Proteste gegen das Treffen der Großmächte der Marktwirtschaft frohlockten die Anhänger konservativer bis liberaler Weltanschauungen, nun sei es aber wirklich vorbei mit der Hegemonie der Linken über die gesellschaftliche Debatte. Die linken Systemfeinde hätten in Hamburg den Staat auf brutalste Weise angegriffen und ihre geistigen Wegbereiter jede moralische Legitimation zur politischen Auseinandersetzung verloren.

Plötzlich Terroristensympathisant

Wer sich nicht ordentlich katzbuckelnd von dieser Gewalt distanzierte, galt als Terroristensympathisant. So liefen dann sogar Sozialdemokraten in Sack und Asche und ließen sich irgendwie für mitverantwortlich erklären, obwohl ihre Partei seit 100 Jahren so treu zur Demokratie und ihren staatlichen Institutionen steht wie keine andere. Und dann gab es noch die Debatte über das angebliche Staatsversagen, weil die Polizei dem Geschehen in den Hamburger Straßen nicht gleich Herr wurde.

Nach dem, was wir inzwischen über die kriminelle Energie in den Führungen der deutschen Autokonzerne wissen (aufgedeckt übrigens von wacker recherchierenden Journalisten der so gern geschmähten Printmedien), müssen nicht nur Abgaswerte, sondern es muss die gesellschaftliche Debatte noch einmal neu vermessen werden. Man könnte auch sagen: Sie muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

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