Kommentar: Ausgrenzung von AfD-Wählern darf nicht sein

Wahlplakat der AfD

Sich von der AfD und ihren Sympathisanten abgrenzen zu wollen, mag ein nachvollziehbarer Impuls sein. Dass aber der Intendant eines mit Steuergeld subventionierten Theaters pauschal die Wähler der Rechtspartei zu unerwünschten Besuchern erklärt, ist inakzeptabel. Wenn dann auch noch ein linker Kultursenator diesen Kurs unterstützt, dann ist das skandalös. Vor allem spielt ein solcher Bäh-Bäh-Kurs gegen 224.000 Berliner Bürger der AfD und ihrem Umfeld in die Hände.

Der Intendant des Friedrichstadt-Palastes, Berndt Schmidt, hat mit nachträglicher Billigung des Kultursenators Klaus Lederer die AfD-Wähler ausgeladen von den populären Revuen. Zwar kann niemand sagen, wie viele Gäste des Palastes AfD wählen. Aber man darf wohl annehmen, dass es mehr sind als in experimentellen Theaterinszenierungen. Es ist schon erstaunlich, wie ein Theatermacher einen bedeutenden Teil seines Publikums so vor den Kopf schlägt. Denn Kunst hat doch die Aufgabe, gesellschaftliche Debatten zu ermöglichen. Wer Leute ausschließt, die sich persönlich nichts zuschulden haben kommen lassen, außer ihr Kreuz bei einer zugelassenen Partei zu machen, spaltet die Gesellschaft weiter.

Schmidt und Lederer bedienen das in rechtspopulistischen Kreisen gern bemühte Klischee einer linken, staatlich alimentierten Kulturschickeria, die sich vom Volk weit entfernt hat. Sollte es im Friedrichstadt-Palast zu verbalen und anderen Übergriffen gegen Mitarbeiter gekommen sein, muss man die Täter mit Hausverbot belegen. Aber eine...

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