Kommentar: Die Argumente für einen Stopp der A100 sind fragwürdig

Die A100 wird ausgebaut

Der Vorstoß des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kommt wenig überraschend. Angesichts des Skandals um zu hohe Schadstoffwerte von Dieselautos fordern die Umweltschützer den Senat auf, die Baugenehmigung für den Weiterbau der A 100 zu überprüfen. Erklärtes Ziel ist es, die 2013 gestarteten Bauarbeiten zwischen dem Kreuz Neukölln und dem Treptower Park noch zu stoppen. Unterstützung erhält der BUND von der Linken, inzwischen immerhin Regierungspartei.

In der Tat ist das Vorhaben von Anfang an höchst umstritten. Mit kalkulierten Baukosten von 473 Millionen Euro gilt der gerade einmal 2,3 Kilometer lange Abschnitt als Deutschlands teuerste Autobahn. Während die Wirtschaft und die CDU den A 100-Weiterbau als lebensnotwendig für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortsteils der Stadt ansehen, wehrten sich Grüne und Anwohnerinitiativen vehement gegen die Betontrasse, für die Kleingärten und Wohnhäuser weichen mussten. Die aktuelle Debatte über zu hohe Schadstoffwerte von Dieselautos ist eine Steilvorlage für alle Gegner des Projekts.

Doch gerade die vom BUND angeführten Argumente für eine bessere Luft und mehr Gesundheit für die Anwohner sind fragwürdig. Jeder, der einmal mit dem Auto im Berliner Südosten unterwegs war, kennt die oft kilometerlangen Kolonnen, die sich durch die Wohngebiete stauen. Die Anwohner sind dem Lärm und den Abgasen schutzlos ausgesetzt. Die Bündelung des Autoverkehrs auf einer gut ausgebauten und kreuzungsfreien Trasse kann die Belastung de...

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