Kommentar: Die Angriffe auf Homosexuelle sind eine Schande für Berlin

Immer wieder werden Homosexuelle das Ziel von Angriffen

Wenn am Sonnabend hunderttausende Menschen in bunten Kostümen durch die Straßen Berlins ziehen, um ein Zeichen für sexuelle Vielfalt und Toleranz zu setzen, ist das erst einmal eine gute Nachricht. Die Hauptstadt präsentiert sich am Christopher-Street-Day (CSD) weltoffen und tolerant, was auch die Teilnahme von Menschen, die sich nicht zur LGBTI-Community (Lesbian, Gay, Bi, Trans, Inter) zählen, belegt. Laut einer von den CSD-Veranstaltern in Auftrag gegebenen Studie definierten sich im vergangenen Jahr 42 Prozent der Besucher als heterosexuell.

Zur Wahrheit gehört aber auch, und das ist die schlechte Nachricht: Auch in Berlin ist die Zahl der Angriffe aus homo- und transphoben Motiven erschreckend hoch. 2016 registrierte die Berliner Polizei 162 Straftaten, 44 mehr als im Jahr zuvor. Die Dunkelziffer wird von Experten wesentlich höher geschätzt. Für eine kosmopolitische Stadt wie Berlin ist das eine Schande.

Einzelne Taten machen fassungslos

Der Hass auf queere Menschen ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und lässt sich auch geografisch kaum eingrenzen. Beleidigungen und Angriffe finden im arabisch-muslimisch geprägten Neukölln ebenso statt wie in der inoffiziellen Homo-Hochburg Schöneberg. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass sich viele Schwule, Lesben und Transpersonen in manchen Stadtteilen sicherer fühlen als in anderen.

Einzelne Taten machen schlicht fassungslos, wie ein Fall von Ende Mai dieses Jahres. Eine Gruppe Frauen, Männer und Kinder soll einen 35-Jährigen in Ne...

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