Kommentar: "Abteilung - kehrt!"

Tobias Huch
Journalist und Englandkorrespondent
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bewundert eines der selten gewordenen Zelte der Bundeswehr (Bild: dpa)

Die Bundeswehr ist marode. Hubschrauber, die nicht abheben, Panzer, die nicht fahren und Flugzeuge, die nicht fliegen. Der Bericht des Wehrbeauftragten fällt – wie jedes Jahr – alarmierend aus.

Jetzt fehlt es den Soldatinnen und Soldaten sogar an grundlegender Ausstattung wie Winterkleidung, Schutzwesten und Zelten. Manche humoristischen Zeitgenossen kommentieren das mit einem gewissen Sarkasmus: “Ein Russlandfeldzug fällt damit definitiv aus.”

Peinlich

Das Ganze ist aber eigentlich gar nicht lustig. Es ist peinlich für eine der wichtigsten NATO-Armeen, dass sie nicht abwehrbereit ist. Verantwortlich kann man dafür – zumindest aktuell – nicht Ursula von der Leyen machen.

Von der Leyen verwaltet den Scherbenhaufen, den ihre Vorgänger angerichtet haben. Sie haben die Bundeswehr totgespart.

Kritisieren muss man, dass in ihrer letzten Amtszeit nicht dagegen gesteuert wurde. Und noch mehr muss man kritisieren, dass im aktuellen Koalitionsvertrag wieder die Bundeswehr ignoriert wurde.

Radikal gegensteuern

Nach all den Schreckensmeldungen zu unserer Armee kann die Antwort nur eine sein: Verdoppelung des Verteidigungshaushalts und Neuschaffung der Bundeswehr.