Kommentar zu 40 Jahre Deutscher Herbst: Das dröhnende Schweigen der RAF-Täter

Es ist Zeit für ein Dokumentationszentrum zum RAF-Terror.

Die Frage ist längst geklärt, und eigentlich hätte sie nie eine sein dürfen: Nein, es gibt keine Rechtfertigung für Mord, es kann keinen Grund geben, einem Politiker, einem Bankier oder Wirtschaftschef heimtückisch und vorsätzlich das Leben zu nehmen. Niemandem.

Jetzt, da der Deutsche Herbst, jene mörderische Zeit der RAF-Terroristen, sich zum 40. Mal jährt, werden wir aber wieder daran erinnert, dass es junge Deutsche gab, Frauen und Männer, die das in all ihrer brutalen Selbstherrlichkeit anders sahen.

Sie mordeten, weil sie sich im Recht sahen

Sie mordeten, weil sie sich im Recht sahen. Buback, Ponto, Schleyer. Und wenn wir den Irrsinn recht verstanden haben, nahmen sie das Schweigen ihrer Eltern als eine Begründung für ihr Töten her: Das Schweigen der Eltern in der Zeit des Nationalsozialismus, einer Zeit, die 1977 noch nicht so lange vergangen war.

Die Terroristen der RAF glaubten mit ihren Taten darauf aufmerksam machen zu können, dass es zwischen dem Dritten Reich und der Bundesrepublik eine Kontinuität der Personen und des Unrechts gebe. Und eben darauf, dass eine ganze Generation nicht über das redete, was geschehen war.

Verblendet

Über das Schweigen nach dem Massenmord begann die RAF also das Morden. Vielleicht braucht es den Abstand der Jahrzehnte, um zu erkennen, wie verblendet Menschen eigentlich sein mussten, um das große Schweigen über die Nazizeit mit weiteren Morden zu beantworten. Die Kinder der willfährigen Deutschen des Zweiten Weltkrieges zeigten sich eben auch als die Kinder dieser Deutschen.

Sie hießen Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, später waren es...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung