Kolumne: Schwarze Helme gegen schwarze Kapuzenjacken

Jörg Thadeusz

Am Tiefpunkt war ich knapp 20 Jahre alt. Auf dem Flur einer Ausbildungseinrichtung für angehende Rettungssanitäter kopulierten zwei Hunde. Durch rhythmisches Klatschen von uns dabei leidenschaftlich angefeuert. Wir waren etwa 15 Zivildienstleistende. Alle rauchten, kaum einem floh schon das Haar. Plötzlich trat eine Ordensschwester aus einem der Vortragsräume und gab uns durch Blicke zu verstehen, dass sie unser Treiben viehischer fand als das der Hunde.

Nicht mit Ruhm bekleckert

Wahrscheinlich wurde uns in diesem Moment zum ersten Mal bewusst, dass es im weiteren Leben bei keinem von uns zum Nobelpreis reichen würde. Berliner Bereitschaftspolizisten haben Ahnenpflege betrieben und gezeigt, wie viel barbarischer Ostgote noch in jedem Einzelnen von ihnen steckt.

Der Provinz hat es gutgetan. Denn nach der Pullenparty steht fest, dass Zügellosigkeiten selbst an Orten wie Bad Segeberg denkbar und machbar sind. Die Segeberger Sause hat allerdings meinen Blick auf das verändert, was sich am Rande des Gipfels in Hamburg abspielen könnte.

Schwarz gegen schwarz

Auf der einen Seite stehen junge Männer und Frauen, die nicht mehr aussehen wie Menschen. Sondern wie Demokratie-Prätorianer. In Schwarz, mit Helm und Schild. In Gedanken vielleicht schon wieder bei dem nächsten angeheiterten Bademantel-Tanz auf dem Tisch. Mit nichts drunter als der Dienstwaffe. Auf der anderen Seite machen sich junge Männer und Frauen mit Brillen und schwarzen Kapuzenjacken unterschiedslos.

Ungeklärte Fragen

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