Kolumbiens Präsident Santos: die FARC ist entwaffnet

52 Jahre Bürgerkrieg, 220.00 Tote. Im August 2016, nach vier Jahren zäher Verhandlungen erreichte die kolumbianische Regierung einen Friedensvertrag. Die Guerillero der FARC schworen der Gewalt ab, eine Amnestie war der Preis. Unter den Augen der Welt wurde der Vertrag unterzeichnet, aber das kolumbianische Volk mochte seinem Präsidenten Juan Manuel Santos nicht folgen, zu hoch schien der Preis für den Frieden.

Präsident Santos muss sein Ergebnis verteidigen: “Die FARC hat ihre Waffen zu 100 Prozent an die Vereinten Nationen übergeben, das ist das Ende der FARC. Als bewaffenete Guerilla verschwinden sie, sie werden politische Partei, sie werden legal.”

Genau das stört viele Kolumbianer, zu tief sind die Verletzungen der Zivilgesellschaft, zu stark das Bedürfnis nach Sühne. Und richtig rund läuft der Friedensprozess nicht, auch deshalb sind die Beliebtheitswerte des Präsidenten in den Umfragen auf 24 Prozent abgesackt.

Santos spricht über Erkenntnisse aus dem Friedensprozess: “Krieg führen ist einfach – und populär. Ich war Verteidigungsminister, und ich habe einen guten Job gemacht, deshalb wurde ich Präsident. Frieden heißt, sich mit seinen Feinden hin zu setzen, Zugeständnisse zumachen, um den Frieden zu erreichen, und das ist weder beliebt noch akzeptiert.”

Die Zeit arbeitet nicht für den Präsidenten und seinen Friedensdeal. Wieviel Zeit ihm noch bleibt, wie er den Frieden noch erreichen will – Präsident Santos im Gespräch, exclusiv bei euronews.

Das ganze Interview nächste Woche bei Global Conversation.

I speak to JuanManSantos Colombian President on peace process – he says FARC have now handed in weapons euronews pic.twitter.com/n50f6OFHUc— Isabelle Kumar (@Isabelle_kumar) 23. Juni 2017