Kolumbiens Armee macht ELN-Guerilla für Tötung von fünf Soldaten verantwortlich

ELN-Chefunterhändler Pablo Beltrán

Bei einem Sprengstoffanschlag im Nordosten Kolumbiens sind nach Armeeangaben am Dienstag fünf Soldaten getötet und zehn weitere verletzt worden. Die Soldaten hätten im ländlichen Gebiet um die Ortschaft Tibú an der Grenze zu Venezuela Straßenkontrollen vorgenommen, sagte Armeechef Ricardo Gómez dem Radiosender W. Der General machte die Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) für den Angriff verantwortlich.

Die Guerilla hatte erst am Montag aus Anlass der Parlamentswahl am 11. März einen einseitigen Waffenstillstand vom 9. bis zum 13. März ausgerufen. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hatte die im Februar 2017 aufgenommenen Friedensverhandlungen mit den Rebellen in Ecuador nach dem Auslaufen eines dreimonatigen Waffenstillstands am 10. Januar unterbrochen und die Regierungsdelegation aus Quito abgezogen.

Nach tödlichen Angriffen der Aufständischen auf Polizisten hatte die kolumbianische Regierung Ende Januar die Wiederaufnahme von Gesprächen abgesagt. Santos, der im August aus dem Amt scheidet, will mit der ELN-Guerilla einen ähnlichen Pakt schließen wie das historische Friedensabkommen mit der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) vom November 2016.

Seit 1964 wurden in Kolumbien bei Kämpfen zwischen der Armee, linksgerichteten Guerillagruppen wie Farc und ELN sowie rechten Paramilitärs mehr als 260.000 Menschen getötet. Etwa sieben Millionen Menschen flohen vor der Gewalt, mehr als 60.000 weitere werden vermisst.