Nach der Kollision mehrere Leichen geborgen

Nach der Kollision der „USS John S. McCain“ mit einem Tanker sind mehrere Leichen geborgen worden. Eine genaue Opferzahl ist noch nicht klar.


Nach der Kollision des US-Zerstörers „USS John S. McCain“ mit einem Öltanker sind mehrere Leichen geborgen worden. Einige tote Marinesoldaten seien bei einer Durchsuchung des Kriegsschiffes entdeckt worden, eine Leiche sei vor der Küste Malaysias angeschwemmt worden, sagte der Kommandeur der Pazifikflotte, Scott Swift, am Dienstag. Eine genaue Opferzahl nannte er zunächst nicht. Zehn Soldaten gelten seit dem Unglück am Montag als vermisst.

Die „McCain“ wollte eigentlich routinemäßig den Hafen von Singapur anlaufen, als es zu der Kollision kam. Der Tanker riss ein klaffendes Loch in den Rumpf des Zerstörers. Dadurch wurden Kojen der Besatzung sowie Geräte- und Kommunikationsräume überflutet. Fünf Soldaten wurden verletzt.

Taucher hätten in diesen überschwemmten und danach abgeschotteten Räumen einige sterbliche Überreste entdeckt, sagte Swift. „Es wäre voreilig zu sagen, wie viele und wie die Lage bei der Bergung dieser Leichen ist.“ Die vor Malaysia entdeckte Leiche müsse erst noch identifiziert werden, um festzustellen, ob es sich bei dem Toten um einen der vermissten Marinesoldaten handle, sagte Swift weiter.



Der Zusammenstoß östlich von Singapur zwischen dem Zerstörer und dem 183 Meter langen Tanker „Alnic MC“ war der zweite in zwei Monaten im Pazifik, in den ein Schiff der 7. Flotte der US-Marine involviert war. Im Juni kamen sieben Matrosen ums Leben, als die „USS Fitzgerald“ und ein Containerschiff in Gewässern vor Japan kollidierten. Im Januar lief zudem die „USS Antietam“ auf Grund und im Mai kam es zu einer kleineren Kollision der „USS Lake Champlain“ von der 3. Flotte mit einem südkoreanischen Fischerboot.

„Auch wenn jeder dieser vier Zwischenfälle seine eigenen Umstände hatte, können sie nicht isoliert untersucht werden“, sagte Swift. Die Marine werde in einer umfassenden Untersuchung prüfen, ob es gemeinsame Gründe gebe, und wenn ja, wie diese gelöst werden könnten.

Vor dem Unfall war die „McCain“ an einer der von China künstlich aufgeschütteten Inseln im Südchinesischen Meer vorbeigefahren, um deutlich zu machen, dass die USA dort keine Einschränkungen der internationalen Schifffahrt akzeptieren. China wertete den Einsatz hingegen als Affront und nahm den Unfall der „McCain“ und der anderen Schiffe zum Anlass, um die Fähigkeiten der US-Marine in Zweifel zu ziehen. Deren Schiffe würden zu einem gefährlichen Hindernis in asiatischen Gewässern, schrieb die staatliche Zeitung „China Daily“.