US Open: Kohlschreiber marschiert ins Achtelfinale

Philipp Kohlschreiber ist die Nummer 37 der Weltrangliste

Philipp Kohlschreiber schrie seine ganze Erleichterung heraus und genoss sichtlich die Atmosphäre in seiner Wohlfühloase. Der Weltranglisten-37. aus Augsburg hat zum vierten Mal seit 2012 das Achtelfinale der US Open (täglich im LIVETICKER) erreicht. 

"Das Turnier steht bei mir ganz weit vorne. Es herrscht immer eine tolle Atmosphäre. Jetzt ist es mein großes Ziel, ins Viertelfinale zu kommen", sagte Kohlschreiber nach dem 7:5, 6:2, 6:4 gegen den ungesetzten Australier John Millman.

"Ich habe sehr gut gespielt. Anderthalb Sätze waren wir gleichwertig. Es war ein großes Duell von zwei Kämpfern", meinte "Kohli".

Zuletzt 2006 zwei Deutsche im Achtelfinale

Nach 2:20 Stunden verwandelte er auf Court 17 seinen ersten Matchball und folgte Mischa Zverev (Nr. 23) und Julia Görges (Nr. 30) in die Runde der letzten 16. Zuletzt hatten 2006 in Flushing Meadows zwei deutsche Spieler (Tommy Haas und Benjamin Becker) im Achtelfinale von Flushing Meadows gestanden.

Kohlschreiber trifft in seiner nächsten Partie am Montag entweder auf Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer (Schweiz/Nr. 3) oder den spanischen Linkshänder Feliciano Lopez (Nr. 31). Gegen Federer hatte er 2015 in der dritten Runde von New York verloren.

Gut erholt von schnellem Rückstand

Davis-Cup-Spieler Kohlschreiber hatte erst einmal in einem Grand-Slam-Viertelfinale gestanden: 2012 in Wimbledon. Im Duell mit dem stark aufspielenden Millman, der die ersten vier Monate der Saison wegen eines Sehnenrisses im Leistenbereich verpasst hatte, lag Kohlschreiber schnell mit 0:3 zurück. 

Doch der 33-Jährige kämpfte sich bei seiner 15. US-Open-Teilnahme seit 2003 zurück und holte sich nach 55 Minuten mit einem Netzroller den ersten Satz. 

Kohlschreiber agierte souverän von der Grundlinie und bekam Millman, durch seine Verletzungspause von Rang 60 auf 235 abgestürzt, immer besser in den Griff. 

Kohlschreiber genießt die Atmosphäre

Von seinem Muskeleinriss im Adduktorenbereich, der ihn noch vor einem Monat behindert hatte, war bei Kohlschreiber nichts mehr zu spüren. Die Vorbereitungsturniere für Flushing Meadows hatte er, der zuletzt 2013 in den Top 20 stand, wohlweislich ausgelassen.

Der Kitzbühel-Gewinner setzt auch in diesem Jahr auf die Magie von New York. "Die Fans hier geben so richtig Gas, ich genieße das", sagte die deutsche Nummer drei. Bei keinem anderen der vier Major-Events stand Kohlschreiber bislang viermal im Achtelfinale.