Kohls Tod als Warnung: Redet miteinander, hört euch zu, versöhnt euch

Der Altkanzler hinterlässt ein Land voller ungeklärter Fragen.

In dieser Woche bin ich in die 90er-Jahre zurückgeworfen worden. Das lag einerseits am Tod von Helmut Kohl, der für mich für immer der wichtigste Mann der Nachwendejahre bleiben wird. Er war der Kanzler der Einheit.

Ein wuchtiger Riese aus einem fremden Land, der plötzlich mein Leben bestimmte. Helmut Kohl als Kanzler rief in mir sehr widersprüchliche Gefühle hervor, einerseits habe ich ihn für seinen Einsatz für Europa bewundert, anderseits verbinde ich mit ihm auch das Chaos, das nach einer eiligen Wiedervereinigung im Osten Deutschlands ausbrach. Von einem Tag auf den anderen galt das, was früher stimmte, nicht mehr.

Ich war 15, als die Mauer fiel

Kohl ist das Symbol der Ohnmacht, des Kontrollverlusts. Für viele Ostdeutsche war Helmut Kohl der erste Politiker aus dem Westen, an den sie glaubten und der erste Politiker, der sie enttäuschte. „Es wird niemandem schlechter gehen, aber vielen besser“, versprach Kohl 1990. Es stimmte irgendwie, bald hatten alle Autos, aber nichts mehr zu sagen.

Der andere Grund, der mich in die 90er Jahre brachte, heißt François. François, ein älterer, eleganter Franzose, ist Journalist der renommierten Zeitung...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung