Legende verrät: "Hätte gerne mal beim FCK gespielt"

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Legende verrät: "Hätte gerne mal beim FCK gespielt"
Legende verrät: "Hätte gerne mal beim FCK gespielt"
Legende verrät: "Hätte gerne mal beim FCK gespielt"

Es war die Szene des vergangenen Spieltags in der 3. Liga.

Waldhof Mannheims Stürmer Adrien Lebeau holte im Heimspiel gegen Türkgücü München nach seinem Tor zum 3:0-Endstand eine schwarze-Batman-Maske hervor, zog sie übers Gesicht und bejubelte mit breit ausgesteckten Armen ausgelassen seinen Treffer. (DATEN: Die Tabelle der 3.Liga)

Mit dieser Aktion erinnerte der 22-jährige Franzose an den früheren Angreifer von Borussia Dortmund, Pierre-Emerick Aubameyang (heute FC Arsenal), der sich 2015 beim Derby gegen Schalke 04 für ein Tor mit Batman-Maske feiern ließ. Lebeau und seine Waldhöfer waren in Party-Stimmung. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 3. Liga)

Zur gleichen Zeit fiel der Erzrivale der Mannheimer, der 1. FC Kaiserslautern, in das nächste Tal der Tränen. Die Pfälzer verloren beim 1. FC Magdeburg mit 0:1 und stecken damit wieder mal im Abstiegsmorast fest.

Die Roten Teufel haben in dieser Spielzeit erst einen Sieg landen können - ein 3:0 zu Hause gegen 1860 München - und stehen auf dem 15. Tabellenplatz. Die Mannheimer dagegen können nach sieben Spieltagen zufrieden auf die Tabelle schauen: Rang sechs.

Am Samstag kommt es im Fritz-Walter-Stadion zum Aufeinandertreffen zwischen dem FCK und dem SVW (3. Liga: 1. FC Kaiserslautern - Waldhof Mannheim, 14 Uhr im SPORT1-LIVETICKER). Keine Frage, die Mannheimer reisen mit viel Lust an, bei Lautern herrscht Frust.

Üble Provokationen

Das Duell gehört zu den brisantesten Derbys im deutschen Profifußball. Die beiden Fanlager sind seit den 1980er Jahren verfeindet. 2019 war es, da standen sich beide Klubs erstmals seit 21 Jahren wieder in einem Ligaspiel gegenüber. Vor der Begegnung am Betzenberg gab es damals üble Provokationen von beiden Seiten.

Sportlich scheint die Sache dieses Mal klar zu sein und beim Blick auf die aktuelle Tabelle stellt sich so mancher Fan deshalb auch die Frage: Gibt es womöglich einen Machtwechsel im Südwesten der 3. Liga? „In der aktuellen Situation hat Waldhof einfach die Nase vorn. Und die Stimmung ist natürlich besser. Aber in so einem Derby kann immer alles passieren“, sagt Jürgen Kohler im Gespräch mit SPORT1.

“Die Mannheimer werden sich auswärts wahrscheinlich etwas schwerer tun als daheim, so dass ich ein Spiel auf Augenhöhe erwarte. Nicht tabellarisch, aber im Hinblick auf die Qualität beider Mannschaften.“

Kohler begann bei Waldhof

Kohler war Nationalspieler, spielte beim 1. FC Köln, bei Bayern München, Juventus Turin, Borussia Dortmund und gewann so ziemlich alles, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Nur ein Pokalsieg blieb ihm verwehrt.

Seine Profikarriere startete er 1983 bei Waldhof. Dort spielte Kohler bis 1987 unter Trainer Klaus Schlappner. Der Ex-Profi hat Mitleid mit dem FCK. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 3. Liga)

„Wenn man wie die Lautrer in den vergangenen Jahren immer nur gegen den Abstieg spielen musste und auch jetzt in einer Krise steckt, ist es natürlich schwierig, vor so einem wichtigen Derby gute Laune zu haben. Waldhof kann da befreiter sein.“ An einen Machtwechsel will Kohler aber noch nicht denken. „Das wäre verfrüht.“

Doch er legt den Finger in die Wunde der Roten Teufel. Entscheidend sei in der Vergangenheit „die Spielerauswahl“ gewesen.

„In Mannheim war sie auch nicht immer top, aber sie war besser als in Kaiserslautern. Waldhof versucht nun auch aufzusteigen und investiert mehr Geld in die Mannschaft.“, erklärt Kohler. Geld haben und Geld richtig einzusetzen seien zwei verschiedene Paar Schuhe. „Das hat Waldhof besser gemacht als der FCK.“

Waldhof-Einbruch im Winter?

Die Waldhöfer sind gut in die neue Runde gekommen, doch das war in der alten Spielzeit auch so. „Wir werden abwarten müssen. In der zurückliegenden Saison gab es ähnlich gute Resultate zur gleichen Zeit und im Winter ist man dann etwas eingebrochen“, erinnert sich Kohler.

„Das Problem bei Waldhof lag immer in der zweiten Saisonhälfte, da sind Formschwankungen aufgetreten und es kamen Verletzungsprobleme dazu. Spiele, die eng waren, haben sie nicht für sich entscheiden können.“

Vielen Fans ist Kohler als Waldhöfer im Gedächtnis, doch bei SPORT1 verrät er: „Ich bin Fan von beiden Klubs.“ Der Sinkflug des FCK überrascht ihn nicht. „Dort sind in der Vergangenheit zu viele Fehler gemacht worden. Es wurden nicht nur die falschen Spieler geholt, auch die handelnden Personen in der Chefetage haben da nicht hingepasst.“

Kritik an FCK-Bossen

In Kaiserslautern habe man eins nicht verstanden: „Wer sind sie, was wollen sie, welche Werte haben sie?“ Diese Themen wurden für Kohler „nicht gut beantwortet“ - in den Jahren, in denen es dem Verein nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich schlecht ging.

Am Betzenberg habe man Glück gehabt, „dass sie diese Planinsolvenz machen konnten. Da hat Ihnen der DFB auch einen großen Gefallen getan“.

Für den Pfälzer Kohler hat sich ein Wunsch nie erfüllt. „Ich hätte wirklich gerne mal beim FCK gespielt, habe aber leider kein Angebot bekommen. Ich wünsche dem Verein nur das Beste.“

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