Vor dem Kohle-Aus: Letzte Abbaumaschine für Deutschland vorgestellt

dpa-AFX

BOCHUM (dpa-AFX) - Eineinhalb Jahre vor dem Ende der Steinkohleförderung in Deutschland ist in Bochum die letzte Großmaschine für den heimischen Markt vorgestellt worden. Der 17 Meter lange und fast 100 Tonnen schwere Walzenlader der Firma Eickhoff soll bis Ende 2018 in der Zeche Prosper in Bottrop Kohle abbauen. Danach ist die Zukunft der Maschine noch ungewiss - möglicherweise kommt sie ins Museum oder wird ins Ausland verkauft. Mit Prosper und Ibbenbüren schließen Ende 2018 die beiden letzten deutschen Zechen. Für Eickhoff enden damit mehr als 150 Jahre Zulieferung für die deutsche Steinkohleindustrie.

Das Aus für die Steinkohle in Deutschland bedeutet zwar auch für die Hersteller von Bergbaumaschinen einen tiefen Einschnitt. Das Geschäft läuft aber mit einem stärkeren Export-Fokus weiter. "Bei uns gehen nicht die Lichter aus, wir haben uns rechtzeitig umgestellt", sagte der Vize-Geschäftsführer des Fachverbandes Bergbau im VDMA, Klaus Stöckmann. Mit den sinkenden Bestellungen aus dem deutschen Bergbau hätten die Hersteller ihren ohnehin starken Exportanteil etwa in die EU, nach China, Russland und in die USA über die Jahre schrittweise erhöht, so Stöckmann.

Nach Angaben des VDMA wuchs der Exportanteil von 84 Prozent im Jahr 2006 auf 92 Prozent 2016. In den ersten fünf Monaten 2017 hätten die Bestellungen schlagartig um 39 Prozent zugelegt. Zunehmend seien neben Kohleabbaumaschinen auch Anlagen für den Erzabbau im Hartgestein etwa in Chile oder China entwickelt worden. Weltweit investierten Abbauunternehmen in deutsche Maschinen, um ihre Kosten zu senken.