Koch zum Eklat: "Im Stadion nichts zu suchen"

DFB-Vizepräsident lehnt Krawalle in Stadien grundsätzlich ab

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes hat die Entgleisungen von Hooligans rund um das 2:1 (1:0) der Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel in Prag gegen Tschechien erneut verurteilt.

"Die Linie der Mannschaft, von Joachim Löw, Oliver Bierhoff und dem DFB-Präsidium ist klar: So etwas können wir nicht billigen und nicht dulden", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch im CHECK24-Doppelpass.


Eine Gruppe deutscher Anhänger hatte am Rande des WM-Qualifikationsspiels in Tschechien eine Schweigeminute für verstorbene Fußballfunktionäre gestört und während der Partie Gesänge mit nationalsozialistischem Hintergrund angestimmt.

Laut Koch hatte der Verband die Störungen befürchtet. "Wir haben vor dem Spiel gewusst, dass Bodensatz der deutschen Gesellschaft mit in Prag ist. Diese Leute haben nichts mit Fußballfans zu tun. Denen muss man sagen, dass sie im Stadion nichts zu suchen haben", sagte Koch.

"In Kneipen wurde sogar faschistische Musik gespielt. Vorher wurde gedroht, die Kneipen kurz und klein zu schlagen, falls die Musik nicht aufgelegt wird."

Koch rechtfertigte in diesem Zusammenhang die Stadionverbote des Verbandes. "Ein Fußballfan kann nur jemand sein, der nichts mit Gewalt und dem gefährlichen Abbrennen von Pyrotechnik zu tun hat", sagte der Jurist: "Die Frage ist, wie wir uns von diesen Zuschauern, die wir nicht wollen, trennen können. Und da helfen nur Stadionverbote, anders geht es nicht."