Knapp zwei Prozent der Münchner entwickelten in erster Corona-Welle Antikörper

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Ein Schild am Boden weist auf die Abstandsregel hin
Ein Schild am Boden weist auf die Abstandsregel hin

Knapp zwei Prozent der Münchner haben während der ersten Corona-Welle Antikörper entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Tropeninstituts am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Damit lag der Anteil der Menschen mit nachgewiesenen Antikörpern etwa viermal so hoch wie der Anteil der bis dahin offiziell registrierten Coronavirus-Infektionen in der bayerischen Landeshauptstadt.

Für die seit April laufende Studie wurden nur Teilnehmer ab 14 Jahren getestet. Insgesamt beteiligten sich mehr als 5300 Menschen aus knapp 3000 Haushalten. Ein erheblicher Teil der Corona-Infizierten entwickelt nur milde Symptome oder zeigt gar keine Anzeichen. Am Nachweis von Antikörpern lässt sich erkennen, ob jemand bereits eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Die Studie sollte daher unter anderem die Dunkelziffer untersuchen.

Der Anteil von Studienteilnehmern, die Antikörper gegen Sars-CoV-2 entwickelten, blieb demnach während des gesamten Untersuchungszeitraums stabil. Konkret wiesen 1,8 Prozent der Münchner bis Ende Juni Antikörper auf. Offiziell lag der Anteil der gemeldeten Fälle nur bei 0,4 Prozent der Münchner Bevölkerung.

Zugleich zeigte sich eine tendenzielle Häufung von Infektionen in Haushalten. Dies bestätigt nach Ansicht der Forscher, dass Quarantänemaßnahmen für Menschen, die im selben Haushalt leben, sinnvoll seien.

Die registrierte Zahl von Todesfällen durch Covid-19 entsprach demnach der sogenannten Übersterblichkeit. Die Übersterblichkeit beschreibt den Zuwachs an Todesfällen in 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Die Sterblichkeit an Covid-19 liegt der Studie zufolge allerdings mit knapp einem Prozent der Menschen mit Antikörpern "um ein Vielfaches über der für saisonale Grippeinfektionen".

Deutschlandweit gab es bereits zahlreiche Antikörper-Studien, die zum Teil durch das Robert-Koch-Institut (RKI) initiiert wurden. Inzwischen hat auch Deutschland eine zweite Corona-Welle erfasst. Die täglich gemeldeten Fallzahlen stiegen zuletzt rasant an. Wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich bereits infiziert waren, ist unklar.

hex/cax