Knapp über 50 Euro würden Münchner für Nachfolge von Neun-Euro-Ticket zahlen

Knapp über 50 Euro würden die Menschen in der Region München einer aktuellen Studie zufolge für ein Nachfolgeangebot des Neun-Euro-Tickets zahlen. Wie die Technische Universität München (TUM) am Montag mitteilte, waren die Teilnehmenden der Erhebung im Durchschnitt bereit, 52,39 Euro auszugeben. Dieser Wert liegt demnach leicht über der nationalen Zahlungsbereitschaft von 47,74 Euro.

Diese hängt dabei vor allem von der individuellen finanziellen Situation der Einzelnen ab. So können sich laut Studie Menschen mit höheren Einkommen vorstellen, bis zu 15 Euro mehr im Monat zu bezahlen, als jene mit niedrigeren Einkommen. Eine häufige Nutzung des Autos ist hingegen kein Grund dafür, weniger für einen Nachfolger des Rabatt-Tickets ausgeben zu wollen. Die Zahlungsbereitschaft unterscheidet sich hier nicht vom Durchschnitt der anderen Studienteilnehmenden.

Anders sieht das bei jenen aus, die ohnehin viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Hier steigt den Wissenschaftlern zufolge die Zahlungsbereitschaft um bis zu 18 Euro im Monat. Generell zeige die Studie, "dass die derzeit diskutierten 49 Euro pro Monat für ein Nachfolgeticket sehr nahe an dem liegen, was die Bevölkerung im Durchschnitt bereit wäre zu zahlen", hieß es weiter.

Die Forschenden untersuchten zudem die Verschiebung der getätigten Fahrten zwischen Auto und Nahverkehr. 8,6 Prozent der Befragten gaben demnach an, das Auto öfter stehen zu lassen und mehr mit Bus und Bahn zu fahren. Bei den Teilnehmenden der Studie, die mindestens vier Tage in der Woche mit dem Auto unterwegs waren, liegt der Anteil sogar bei 18 Prozent.

Die Studie "Mobilität.Leben" der TUM und der Münchner Hochschule für Politik besteht aus drei Befragungen - vor, während und nach der Nutzung des Neun-Euro-Tickets. Insgesamt 2268 Menschen nahmen daran teil, 1349 von ihnen stammen aus der Metropolregion München, 919 gehörten zur deutschlandweiten Kontrollgruppe. Mithilfe einer Smartphone-App wurde zudem das Mobilitätsverhalten der Teilnehmenden analysiert. Das Neun-Euro-Ticket war Ende August ausgelaufen.

awe/hcy