Das ist der Knackpunkt beim Wagner-Deal

Sandro Wagner schaffte in Hoffenheim den Sprung in die Nationalmannschaft

Vereinzelte Pfiffe aus dem eigenen Fanblock gab es bereits bei der Vorstellung vor dem Spiel. Nach seiner vergebenen Großchance in der 41. Minute wurde auf den Rängen schon lauter geschimpft. Und als Sandro Wagner in der 62. Minute als Folge seiner schwachen Vorstellung raus musste, war der Unmut der Anhänger nicht mehr zu überhören.

Der Wirbel um den wechselwilligen Nationalstürmer überlagerte das 1:1 (0:1) der TSG Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt.

Es geht nur noch ums Geld

"Wir sind kein Spitzenklub, wir stehen bei der Nahrungskette im Transfermarkt nicht an erster Stelle", sagte Alexander Rosen. Damit machte der Sportchef der Hoffenheimer zwischen den Zeilen klar, dass es im Poker mit Rekordmeister Bayern München eiegtnlich nur noch ums Geld geht.

Deshalb versuchte Rosen auch, den Preis für Wagner in die Höhe zu treiben: "Er hat eineinhalb Jahre eine sehr gute Rolle bei uns gespielt. Es kann auch gut sein, dass er bleibt."

Daran glaubt allerdings kaum noch jemand. Zu deutlich äußerte sich Trainer Julian Nagelsmann schon vor der Partie. "Wir sind nicht unter Zugzwang und müssen nicht verkaufen. Der Verhandlungspartner ist unter Zugzwang", sagte der Coach bei Sky: "Wir sind gesprächsbereit, aber es hängt vieles an der Ablöse."

Bayern wollen den Preis drücken

Das bestätige Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der den Preis für Wagner aber drücken möchte - und deshalb fast so tat, als ob die Bayern keinen Back-up für den polnischen Top-Torjäger Robert Lewandowski bräuchten.

"Wir haben uns mit Herrn Rosen getroffen und uns mit ihm unterhalten. Natürlich wird es auch um die Ablösesumme gehen", sagte "Brazzo": "Wir sind da total entspannt, sind nicht unter Druck und haben Zeit."

Wagner will im Winter wechseln

Wagner will allerdings bereits im Winter in seine Münchner Heimat wechseln. Der U21-Europameister von 2009 hatte bereits in der Jugend für die Bayern gespielt und beim Rekordmeister seine ersten Profispiele bestritten.

Zudem wohnt die Familie des 29-Jährigen in Unterhaching bei München. Als Ablösesumme sind rund zehn Millionen Euro im Gespräch. Für den Hoffenheimer Torschützen Mark Uth ist der Abgang seines Sturmkollegen schon gar keine Frage mehr: "Er ist ein super Spieler, der uns wegbrechen wird."


Den Wechselwunsch Wagners wollte aber niemand bei der TSG als Entschuldigung für die schwache Leistung des Confed-Cup-Siegers anführen.

"Es ist mir zu plump, das in Verbindung miteinander zu bringen. Ich bin kein Typ für solche einfachen Denkweisen", sagte Nagelsmann: "Es hat ihn einfach gefuchst, dass er seine Großchance nicht gemacht hat. Danach war er ein bisschen frustriert und hat in der zweiten Hälfte keine Bindung mehr zum Spiel gefunden."