KMU-Anleihen: Attraktive und sinnvolle Finanzierungsalternative

Emittent / Herausgeber: Interessenverband kapitalmarktorientierter kleiner und mittlerer Unternehmen e.V. / Schlagwort(e): Finanzierung
28.04.2022 / 10:05
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

Aktuelle Markteinschätzung von Hans-Jürgen Friedrich, Vizepräsident vom Interessenverband kapitalmarktorientierter KMU e.V.

 

Das Gros der kleinen und mittleren Unternehmen setzt nach wie vor auf den klassischen Bankkredit. Um den Kapitalmarkt machen viele Unternehmen hingegen weiterhin einen Bogen. Weshalb KMU mit dieser Strategie ein nicht zu unterschätzendes Risiko eingehen und es daher nun an der Zeit ist, die Finanzierung zu diversifizieren.

 

Frankfurt am Main, 28. April 2022 - Die ohnehin schon großen Inflationssorgen haben aufgrund des Ukraine-Kriegs und der kräftig gestiegenen Energiepreise nochmals zugenommen - und die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlasst, ihre Inflationsprognose für 2022 von 3,2 auf 5,1 Prozent zu erhöhen. Noch nie zuvor haben die Währungshüter ihre Prognose so stark angehoben. Aktuell weist die Teuerungsrate sogar ein noch weitaus höheres Niveau auf. So stiegen die Preise in der Eurozone im März um 7,5 Prozent, während sie hierzulande auf ein Plus von 7,3 Prozent kommen. Zur Erinnerung: Die EZB strebt eine Inflationsrate von nahe, aber unter 2 Prozent an.

EZB-Leitzinserhöhung rückt näher

Mit der schneller als bisher geplanten Drosselung der Anleihekäufe haben die Währungshüter zwar einen ersten Schritt unternommen, um die Teuerung zu bremsen - doch reicht dieser bei weitem nicht aus. Trotz aller Bedenken - allen voran was das Wachstum der hoch verschuldeten Eurostaaten im Süden angeht - wird die EZB wohl über kurz oder lang den Leitzins erhöhen müssen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, rechnet bereits im dritten, spätestens im vierten Quartal mit dem ersten Zinsschritt der EZB. Seit nunmehr rund sechs Jahren verharrt der europäische Schlüsselzins bei 0 Prozent.

Kräftiger Anstieg der Kreditkosten

Dass mit steigenden Zinsen auch die Kreditkosten für Firmen - insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - ansteigen werden, ist die logische Konsequenz und bereits schon seit einigen Wochen zu beobachten. So kommt eine aktuelle Studie des Fintechs Teylor zu dem Ergebnis, dass sich die Konditionen für fünfjährige deutsche Unternehmenskredite zwischen Dezember 2021 und Ende März von durchschnittlich 1,45 Prozent auf 2,65 Prozent erhöht haben - und womöglich noch weiter zulegen dürften.

KMU-Anleihen als attraktive Finanzierungsalternative

Besonders problematisch ist das vor allem für die vielen KMUs, die ihre Finanzierung nach wie vor zu einseitig - in der Regel über klassische Bankkredite - gestalten. Zumal mit der geplanten Umsetzung von Basel IV ab dem kommenden Jahr und den damit einhergehenden strengeren Eigenkapitalanforderungen an die Banken, KMU wohl nicht nur schwieriger an einen Kredit kommen werden, auch die ohnehin wohl steigenden Konditionen dürften sich mit großer Wahrscheinlichkeit weiter verschlechtern. Für mittelständische Unternehmen, die ihren Wachstumskurs sichern beziehungsweise beschleunigen wollen, erscheint es daher sinnvoll, sich nun mit attraktiven Finanzierungsalternativen näher zu beschäftigen. Ein gutes Beispiel dafür sind etwa KMU-Anleihen - und zwar aus mehreren Gründen.

Zum einen sind die Kosten einer KMU-Anleihen für den Emittenten langfristig plan- und kalkulierbar, wissen KMU doch schon bei der Emission welche Zinsen für die gesamte Laufzeit anfallen werden. Zudem können mittelständische Unternehmen über Anleihen in frei wählbaren Laufzeiten Fremdkapital aufnehmen. Darüber hinaus garantieren KMU-Anleihen eine Flexibilität in der Mittelverwendung. Die Etablierung eines zusätzlichen Investorenzugangs sowie die Stärkung - aufgrund eines weiteren Finanzierungsstandbeins - der eigenen Position gegenüber Banken bei künftigen Darlehensverhandlungen können sich für Unternehmen ebenfalls bezahlt machen. Und was mittelständischen Unternehmen besonders am Herzen liegt: Aufgrund des Fremdkapitalcharakters ist der Erhalt der wirtschaftlichen Selbstständigkeit gewährleistet. Im Unterschied zum Verkauf von Geschäftsanteilen ziehen Anleihen also keine Gewährung von Mitspracherechten nach sich. Firmenchefs können also somit weiterhin allein über ihre operative und strategische Geschäftspolitik entscheiden.

Erfahrener Finanzierungsexperte ist unerlässlich

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass eine Anleiheemission (IBO, Initial Bond Offering) zum einen nicht für jedes KMU ein geeignetes Finanzierungsinstrument ist, und zum anderen für Unternehmen durchaus mit Aufwand verbunden ist. Mittelständische Unternehmen, die mit dem Gedanken eines IBOs spielen, sollten sich daher frühzeitig einen erfahrenen Finanzierungspartner an ihre Seite holen, der den gesamten Emissionsprozess begleitet und koordiniert - von der Prüfung der Kapitalmarktfähigkeit über die Prospekterstellung bis hin zur Platzierung der Anleihe.

Fakt ist aber auch: Die Politik und Gesetzgebungsorgane müssen nun endlich die notwendigen Weichen stellen, damit den mittelständischen Unternehmen der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert wird. Bisher - das zeigen die Gesetzgebungsverfahren der Vergangenheit - wurde den KMU aufgrund der teils völlig unangemessenen Regulierung der Weg an den Kapitalmarkt eher noch erschwert. Findet hier kein Umdenken statt, macht das nicht nur dem Rückgrat der heimischen Wirtschaft zu schaffen, auch der Finanzierungsstandort Deutschland wird im internationalen Vergleich zunehmend an Bedeutung verlieren.

 

Über den Interessenverband kapitalmarktorientierter kleiner und mittlerer Unternehmen e.V.

Der am 30. August 2017 gegründete Verband mit Sitz in Frankfurt am Main setzt sich insbesondere für die Verbesserung der maßgeblichen Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Unternehmen bei der Kapitalmarktfinanzierung ein und tritt aktiv für die Belange des kapitalmarktorientierten Mittelstandes im Dialog mit der Politik, den Gesetzgebungsorganen, den Aufsichtsbehörden, den Institutionen des Kapitalmarkts, den Interessenverbänden und der Öffentlichkeit ein. Mitglieder sind KMUs, Dienstleister, Finanzinstitute und Medien. Zum Vorstand gehören Ingo Wegerich (Luther Rechtsanwaltsgesellschaft), Hans-Jürgen Friedrich (KFM Deutsche Mittelstand AG), , Dr. Marc Feiler (Bayerische Börse AG), sowie Holger Clemens Hinz (Quirin Privatbank AG).

 

Kontakt:
Interessenverband kapitalmarktorientierter KMU e.V.

z. H. Ingo Wegerich
bei Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
An der Welle 10
60322 Frankfurt am Main
T +49 69 27229 24875

ingo.wegerich@luther-lawfirm.com

www.kapitalmarkt-kmu.de

 

Medienkontakt:

newskontor - Agentur für Kommunikation

Marco Cabras

T +49 211 / 863 949-22

marco.cabras@newskontor.de




Kontakt:
Klaus-Karl Becker
BeckerBeratungsGesellschaft (BBG)
+49 (0) 172 61 41 955
kkb@b-bg.de


Veröffentlichung einer Mitteilung, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG.
Medienarchiv unter http://www.dgap.de.

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.


show this
show this
Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.